Weltreiseblog

  • Australien Ostküste Teil 1 – Mit dem Jucy-Camper von Cairns nach Brisbane (6. bis 26.11.)

    Wir sind am 6. November früh in Cairns gelandet – völlig übermüdet, aber neugierig. Nach dem Frühstück ging’s direkt los in die Stadt. Cairns fühlte sich sofort tropisch an: riesige Ficus-Bäume, Parkanlagen, Vogelgezwitscher, Palmen, alles grün und dicht und feucht.

    Und man merkt sofort: Die Stadt ist auf Outdoor ausgelegt. Grillplätze, Picknicktische, überall öffentliche Toiletten (alle sauber!), und man kann sich wirklich gut zurechtfinden.

    Im Meer baden darf man nicht – Quallen. Also gibt’s die berühmte Lagune, direkt am Strand, kostenlos, wunderschön.

    Und da spielen sich die Nachmittage ab: Familien, Backpacker, ältere Paare, alle im und am Wasser.

    Im Shoppingcenter haben wir direkt etwas Wichtiges geregelt: neue Sonnenbrillen mit Sehstärke. Unsere alten hatten einen „Sonnenbrand“ – die Tönung kaputt, Schutz futsch. Die neuen holen wir später an der Gold Coast ab. Super Service!

    Aussuchen des Brillengestells

    Was uns aber gleich am ersten Tag die Laune etwas gedrückt hat: die Preise. 18–20 € für eine Pizza, 6 € für ein kleines Bier. Und wir kamen ja direkt aus Indonesien, wo alles extrem günstig war. Australien ist da eine völlig andere Welt – mindestens 20 % teurer als Deutschland. Wir hatten wirklich so einen Moment von: „Oh Gott… wie sollen wir das die nächsten Wochen überleben?“ Gleichzeitig setzt irgendwann ein Gewöhnungseffekt ein. Dann zahlt man die Preise einfach und hört auf, sich darüber zu ärgern.

    Ein wirklich schöner Abend war im Salt House, direkt am Hafen. Groß, modern, DJane mit guter Musik, Füße hoch, lecker gegessen – genau der richtige Einstieg.

    Nachdem wir die 4 Tage in Cairns wirklich genossen haben, ging es nun an der Ostküste Australiens mit dem Camper weiter.

    Am 10.11. haben wir morgens unseren Camper – einen Jucy – abgeholt. Der Jucy war gut ausgestattet. Er hatte 4 Schlafplätze, eine Toilette, die wir allerdings nicht genutzt haben, natürlich einen Kühlschrank und 2 Kochstellen. Im Großen und Ganzen waren wir sehr zufrieden, allerdings war er etwas untermotorisiert.

    Unsere ursprünglich gebuchte Kuranda-Zugfahrt fiel aus, weil eine Brücke kaputt war. Das war schade, aber ab da hat Australien einfach entschieden, uns Regenwald pur vorzusetzen.

    Der Daintree Rainforest war eine kleine Fahrt entfernt – aber eine tolle: Küstenstraße, Meer, dann immer dichterer Regenwald. Am Ende eine kurze Überfahrt mit der Autofähre über den Daintree River. Der Alexandra Lookout war ein riesiges Panorama aus Grün und Ozean, benannt nach einer dänischen Königin.

    Unsere erste Nacht im Naturcamp am Cape Tribulation war… sagen wir mal: intensiv. Anna hatte sofort einen kleinen Breakdown. Verständlich. Das war Campen im echten Regenwald: überall Insekten, nachts Flughunde in den Bäumen, Truthähne laufen über den Platz. Und das war erst der Anfang. Campen ist nicht ihr Favorit.

    Die Natur dort ist allerdings wunderschön. Baden darf man nicht – Krokodile. Eine Woche vor unserer Ankunft wurden dort sogar Jugendliche angegriffen. Nicht beruhigend.

    Ich habe dann später einen Rainforest Night Walk gemacht. Der Guide erzählte sehr viele Geschichten – manche zoologisch, manche philosophisch. Wir haben Spinnen gesehen (giftig und ungiftig), Frösche, und viel über Kasuare gelernt. Es gibt noch ca. 80 Exemplare im Daintree und ca. 1400 in ganz Australien. Fest steht: uralte Tiere, 60 Millionen Jahre alt, Horn auf dem Kopf, sehen aus wie aus der Dino-Zeit. Einen freien Kasuar haben wir leider nicht gesehen.

    Nach zwei Nächten hat es uns gereicht – statt drei. Baden ging kaum, und der einzige „Pool“ war ein schlammiges Waterhole mitten im Wald. Immerhin krokodilsicher.

    Palm Cove später war dagegen ein echtes Schmuckstück: Cafés, Strand, entspannt. Diese Mischung aus Meer und Cappuccino macht so viel aus, wenn man das „Mittelmeerfeeling“ als Vergleich im Kopf hat.

    Dann kam unser Lieblingsort: Mission Beach. Ein traumhafter Campingplatz direkt hinter einer Mangrovenreihe, durch die man das Meer sieht und hört. Dieses sanfte Rauschen nachts – unbezahlbar.

    Dort haben wir Büne und Sue kennengelernt, ein Schweizer Pärchen. Ein absoluter Glücksgriff. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht, über alles Mögliche gesprochen. Büne ist Maler und Musiker – so in der Kategorie Wolfgang Niedecken – also Mundart. Natürlich haben wir uns YouTube-Videos mit seinen Auftritten angesehen. Sehr kreativ, sehr eigen.

    Mission Beach war dadurch doppelt schön – wegen der Landschaft und wegen dieser Begegnung.

    Eine Australierin erzählte, dass sie morgens mehrere Kasuare gesehen habe. Für Mission Beach völlig normal. Wir natürlich wieder nicht. Am 2. Tag kamen 4 australische Familien, um hier einen Geburtstag zu feiern.

    Ihre Gespanne nahmen viel Raum ein. Australische Wohnwagen haben manchmal etwas von einem Panzer.

    Unsere nächste Station nach Mission Beach war Townsville.

    Der zuerst zugewiesene Platz war eine kleine Kunstrasen-Ecke ohne Schatten – wirklich schlimm. Wir haben sofort gefragt, ob wir wechseln können, und zum Glück bekamen wir dann einen richtig guten Stellplatz: unter einem tollen Baum, etwas größer, richtiger Rasen. Wunderschöne Schmetterlinge und Papageien um uns herum. Das war dann richtig gut.

    Townsville selbst hat einen strandnahen öffentlichen Pool, wunderschön angelegt, mit Barbecue-Plätzen, Picknicktischen und Volleyballfeldern.

    Außerdem gibt es ein abgesperrtes Schwimmgebiet im Meer – mit einem dichten Schutznetz, damit keine Quallen oder Krokodile reinkommen. So konnte man dort tatsächlich gefahrlos ins Wasser. Insgesamt eine sehr junge, lebendige Atmosphäre.

    Am nächsten Tag sind wir ins Billabong Sanctuary gefahren. Das haben wir relativ spontan entschieden.

    Natürlich ist das Thema „Zoo oder Sanctuary“ umstritten. Anna: Ich hatte aber das Gefühl, dass sie sich dort wirklich Mühe geben: viel Natur, viel Platz, Pflege gefährdeter Tiere, Rehabilitation – einfach ein sehr respektvoller Umgang. Ich habe es total genossen. Und dort haben wir endlich unseren ersten Kasuar gesehen – unglaublich beeindruckend.

    Dazu Kängurus, Krokodile, Dingos, Erdmännchen und unzählige Vogelarten.

    Bei den Fütterungen wird viel erklärt, wie die Tiere leben, was sie brauchen. Ein Beispiel, das mich echt überrascht hat: Die größte Gefahr für Koalas sind die Hunde der Menschen, die die Koalas in Gärten angreifen. Viele Koalas überleben solche Angriffe nicht – das war mir vorher völlig unbekannt.

    Besonders war auch, wie nah man den Tieren kommen konnte, ohne diesen übergriffigen „Foto-mit-Koala“-Zirkus. Wir haben keinen auf den Arm genommen, brauchen wir nicht. Aber so dicht davor zu stehen, vielleicht einen Meter entfernt – das beeindruckt einfach. Ein männlicher Koala hat sogar diese tiefen Brüllgeräusche gemacht. Ganz eigener Moment.

    Auch die Kängurus dort: Man kann in die Gehege hinein, relativ nah heran, ein tolles Erlebnis, die Tiere so intensiv beobachten zu können.

    Nächster Stopp: Cape Hillsborough Nature Tourist Park, auch „Känguru-Strand“.

    Dort kommen morgens um fünf die Kängurus an den Strand, unterstützt von Rangern, die etwas Futter ausstreuen. Klingt touristisch, war aber trotzdem völlig okay. Und es ist eindrucksvoll.

    Auf dem Campingplatz selbst liefen Kängurus frei herum. Unter unserem Hibiskusbaum fraßen sie die Blüten auf – teilweise einen Meter neben unseren Stühlen. Das war schon magisch.

    Dort gab es auch einen tollen Pool. Wir waren früh morgens dort und haben eine Stunde lang mit einem australischen Rentnerpaar gesprochen. Sie hatten ein Kabelverlege-Unternehmen, viel gearbeitet, jetzt früh in Rente. Und das fällt uns in Australien immer wieder auf: Viele Menschen hören schon mit 50 auf zu arbeiten. Sie investieren, besitzen Immobilien, und die Steuerfreibeträge im Ruhestand sind großzügig. Sehr interessant.

    In Yeppoon haben wir einen Zwischenstopp gemacht, um die lange Strecke zu unterbrechen. Der Campingplatz war nicht besonders toll, nicht am Meer, ca. 500 m im Landesinneren. Zur Esplanade musste man 45 Minuten laufen – ich habe den Weg trotzdem gemacht.

    Yeppoon hat aber etwas, das heraussticht: die Lagune an der Esplanade. Ein riesiges, luxuriöses Poolparadies direkt am Meer. Unglaublich schön. Besser als jeder Hotel-Pool. Dort kann man wirklich stundenlang bleiben.

    Der Campingplatz selbst war fast leer, was angenehm war, und die Küche sowie die sanitären Anlagen waren spitze. Endlich mal Ruhe.

    Der Agnes Water Holiday Park war für mich (bisher) der schönste. Toller Strand, man konnte endlich ohne ein Netz im Meer baden. Der Platz war groß, viele Unterkunftsmöglichkeiten, hohe Preise, die Stellplätze waren okay und bezahlbar.

    Unsere Nachbarn Corinne und Dave waren super. Beide gaben uns tolle Tipps für Sydney.

    Und Dave war es auch, der sagte:

    „Ihr müsst unbedingt nach 1770.“

    Also sind wir hin – und ja, es war ein optisches Highlight. Wunderschöne Küste, Geschichte, Captain Cook, Kolonialzeit… all das. Ein bisschen wie die Küste der Gardenroute.

    Und doch war das Witzigste der kleine Moment, als wir einen Truthahn filmten, der einen angeleinten Hund provozierte, indem er ihm Strandsand ins Gesicht schleuderte. Absurd frech.

    Jetzt sind wir in Burrum Heads. Wie immer: Erst enttäuscht, dann gewöhnt man sich, dann gefällt es. Der Stellplatz ist eine Betonplatte, daneben Rasen, der aussieht wie Kunstrasen. Es erinnert eher an Bodensee/Schweiz als an Pazifik.

    Die Ordnungsliebe der Australier ist beeindruckend: Laubbläser, alles blitzblank, jedes Blatt wird beseitigt. Aber die sanitären Anlagen hier sind die saubersten und luxuriösesten, die wir bisher hatten.

    Bei Ebbe wirkt die Küste wie ein kleines Wattenmeer, viele Menschen spazieren mit ihren Hunden auf dem nassen Sand. Sieht toll aus.

    Heute Morgen hat es geschüttet, und viele Familien mussten im Regen abpacken. Ein kleiner Junge schrie: „I don’t wanna go, it is still not enough!“ – und ich habe es total gefühlt.

    An diesem Tag (24.11.) fuhren wir an die Sunshine Coast nach Noosa. Wie so oft hatten wir etwas Sorge, keinen guten Stellplatz zu bekommen. Am Ende stellte sich diese Sorge jedoch als völlig unbegründet heraus: Wir bekamen Platz Nummer 89, den besten auf dem ganzen Campingplatz – und dazu noch meine absolute Lieblingsnummer, denn 1989 ist mein Jahr.

    Nach der Ankunft und der langen Fahrt haben wir erst einmal etwas gegessen und sehr schnell unsere Nachbarn kennengelernt. Es handelte sich um ein Paar, das sein Leben so eingerichtet hat, dass es jeweils ein halbes Jahr in Australien und ein halbes Jahr in den Niederlanden verbringt, woher sie ursprünglich kommen. Sie wirkten fast wie echte Australier, waren extrem gut ausgerüstet und für alles vorbereitet. Der Campingplatz selbst war schön, allerdings fiel uns die Gemeinschaftsküche negativ auf. Sie war leider ziemlich schmutzig: Viele hatten dort gekocht, ohne ordentlich abzuspülen, Essensreste lagen überall. Auch die Grillstationen machten keinen besonders gepflegten Eindruck. Das war das erste Mal auf unserer Reise, dass wir wirklich dachten: Das kann doch nicht wahr sein. Umso erstaunlicher, weil alle bisherigen Campingplätze sehr viel Wert auf Sauberkeit gelegt hatten. Ansonsten war der Platz sehr chillig und auch die Umgebung von Noosa ist wirklich toll. Abends begann es zu regnen. Zwei Stundenlang saßen wir dabei im Camper, hängten unsere Lichterkette auf und öffneten noch ein kleines Fläschchen Wein – ein sehr gemütlicher Abend.

    Am nächsten Morgen fuhren wir in den Noosa National Park und machten dort zwei kurze Wanderungen. Die erste führte über einen Boardwalk durch den Regenwald. Obwohl der Weg nicht lang war, vermittelte er sofort einen faszinierenden Eindruck: riesige Bäume, gewaltige Palmen und große Farne – alles wirkte fast überwältigend.

    Besonders schön fanden wir, dass entlang der Wege viele Informationstafeln  aufgestellt waren. So ging man nicht einfach blind durch den Wald, sondern verstand besser, was man dort sah.

    Schon nach wenigen Schritten spürte man die hohe Luftfeuchtigkeit: Es legte sich ein feuchter Film auf die Haut, gleichzeitig fühlte sich die Umgebung angenehm kühl an. Traumhaft schön.

    Der 2. Weg war ein Coastal Walk, führte also an der Küste entlang.

    Plötzlich wurde Anna von einer Feuerameise gebissen. Der Schmerz war so stark, dass sie den Walk an dieser Stelle abbrechen musste. Anna erinnerte sich daran, dass man in so einem Fall eine Zwiebel auflegen soll. Zum Glück hatten wir unseren kleinen Haushalt dabei. Anna holte also eine Zwiebel aus dem Kühlschrank. Der Schmerz hielt zwar noch mehrere Stunden an, ließ aber langsam nach. Trotzdem war das eine sehr unangenehme Erfahrung.

    B: Ein besonderer Aussichtspunkt im Nationalpark war der sogenannte Dolphin Point, ein Ort, an dem die Chancen besonders hoch sein sollen, Delfine zu sehen. An diesem Tag hatte ich dort allerdings kein Glück – unsere Delfinbegegnung sollte erst später auf der Reise kommen.

    Sunshine Beach & Surfclub

    Nachdem Annas Ameisenbiss halbwegs unter Kontrolle war, fuhren wir mit unserem kleinen, geliebten Jucy-Camper weiter zum Sunshine Beach. Den Zugang zu finden war gar nicht so einfach, da alles wie ein normales Wohngebiet aussieht. Am Ende fanden wir jedoch sowohl den Strand als auch einen Surfclub.

    Wie so oft in Australien passiert es, dass man auf der Suche nach einer Bar oder Kneipe in einem Club landet, in den man sich zunächst einschreiben muss. Dieser Surfclub war allerdings großartig: tolle Atmosphäre, gutes Essen und eine richtig angenehme Stimmung.

    Zurück auf dem Campingplatz konnten wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang am Flussufer erleben. Danach begannen wir, für den nächsten Tag zu packen, denn wir mussten den Jucy abgeben. 

    Schlüssel-Drama & Abschied vom Juicy

    Am nächsten Morgen dann der Schreck: Berthold konnte plötzlich die Schlüssel nicht mehr finden. Wir suchten erst in allen Taschen, dann systematisch überall. Schließlich erinnerten wir uns daran, dass wir am Vorabend am Flussufer im Sand gesessen hatten. B: Ich trug eine Adidas-Sporthose, aus deren Taschen schon mal schnell etwas herausrutschen kann.

    Zum Glück fanden wir den Schlüssel dort tatsächlich wieder. Die Aufregung dauerte etwa eine halbe Stunde – aber wir waren extrem erleichtert. Denn hätten wir den Schlüssel verloren, hätten wir allein für das Öffnen und den Austausch des Schlosses mit mindestens 250 Dollar rechnen müssen.

    Am nächsten Tag gaben wir den Juicy problemlos ab. Man musste ihn nur abstellen und konnte direkt weiterfahren. Danach ging es für uns weiter nach Brisbane, ins Brisbane One Cllix.

  • Kuta auf Bali

    Unsere Zeit in Kuta Bali, vom 1. bis 5. November 2025, begann mit der Überfahrt von Gili Air nach Padang Bai und dem bereits im Voraus gebuchten Transfer nach Kuta. Die Fahrt sollte insgesamt 35 €/Person kosten. Wir genossen den weiten Blick auf den Ozean. Auf dem Boot lernte ich einen indischen Anwalt kennen, mit dem ich mich lange unterhielt. Irgendwann fragte ich ihn geradeheraus, ob er reich sei – er sagte lachend „Ja“, er habe 28 Angestellte und sein Büro arbeite für die Regierung. Außerdem erzählte er, dass sie auf dem Hinweg Delfine gesehen hätten. Wir leider nicht.

    Als wir ankamen, ging alles sehr schnell. Agenten kamen direkt aufs Boot, holten uns ab und führten uns zu Sammelpunkten, an denen der Transfer stattfinden sollte.

    Im Nachhinein glaube ich, dass sie uns vor den vielen anderen Anbietern schützen wollten, die dort aggressiv um Kundschaft werben. Der Hafen ist ein richtiger Umschlagplatz, an dem viel Geld mit Transporten verdient wird.

    Obwohl wir den Transfer nach Kuta schon bezahlt hatten, versuchte man, uns erneut zur Kasse zu bitten – und schaffte es auch. Da man uns sagte, wir würden wohl erst gegen 9 Uhr abends (knapp 8 Std. später) im Hotel sein, weil noch weitere Gäste eingesammelt werden müssten, begannen verschiedene Fahrer sofort, uns Taxitransfers anzubieten. Die Preise starteten bei 2 Millionen Rupien, also etwa 100 €. Anna:  Ich musste einfach lachen.

    Dann wurden die Preise immer weiter gesenkt. Am Ende standen 450.000 Rupien im Raum, etwa 23 €. Da wir nicht länger in der prallen Sonne warten wollten, nahmen wir das Angebot an.

    In Kuta angekommen, zogen wir ein erstes Fazit. Das Geschäft mit Touristen läuft hier auf Hochtouren, und vieles ist darauf ausgelegt, möglichst viel Geld zu verdienen.

    Anna hatte ein flughafennahes Hotel herausgesucht – das Harris. Wir buchten es für vier Nächte und waren positiv überrascht. Für rund 35 € pro Nacht bekamen wir ein schönes Hotel mit angenehmer Atmosphäre, einem kleinen, aber völlig ausreichenden Zimmer, Wasser zum Nachfüllen, Fitnessstudio und Pool.

    Ganz besonders beeindruckte uns das Frühstück: ein großes Buffet mit allem, was man sich vorstellen kann. Nach den pragmatisch gewählten Unterkünften der Wochen zuvor fühlte sich das wie purer Luxus an.

    Die Mahlzeiten im Hotel waren allerdings recht teuer, deshalb suchten wir Alternativen. Wir waren einmal in einem Warung (indonesische Küche), beim Inder (sehr lecker und günstig) und einmal im Tiffany’s, wo wir Spaghetti aßen. Rund ums Hotel findet man zum Glück genug Möglichkeiten.

    Ein wirklich schwieriger Punkt war der Verkehr. Für die 56 km vom Hafen in Padang Bai zum Hotel brauchten wir über zwei Stunden. Reines Stop-and-Go, fast wie in Jakarta. Als wir später von Canggu zurück zum Hotel wollten – keine zehn Kilometer – dauerte es wieder zwei Stunden.

    Ich fragte unseren Taxifahrer, wie es denn in der Hauptsaison sei. Seine Antwort: „You don’t move.“ Das sagt alles.

    Ein Roller wäre die offensichtliche Alternative, aber wir fühlten uns dafür nicht sicher genug. Der Verkehr funktioniert irgendwie, alle nehmen Rücksicht, aber als Europäer ist man das nicht gewohnt. Wir sahen zwar wenige Unfälle, aber gerade Tourist*innen scheinen oft überfordert. Ich würde in Kuta/Bali definitiv nicht selbst Roller fahren.

    Die Taxifahrten hatten aber auch ihre schönen Seiten, denn wir kamen ins Gespräch. Ein Fahrer erzählte, er sei früher ein „Bad Boy“ gewesen, jetzt aber ein „Good Boy“, dank seines Yogalehrers, der ihm viele Weisheiten mitgebe.

    Durch ihn konnten wir einiges rund um den Hinduismus besser verstehen. Hinduistische Symbole sind überall präsent: Statuen, Tempel, kleine Schälchen mit Opfergaben. Anna: Ich hatte vorher schon darüber gelesen, aber seine Erklärungen machten vieles klarer.

    Besonders interessant fanden wir seinen Vergleich zwischen indischem und indonesischem Hinduismus:

    „In Indien a cow is God; in Indonesien a cow is a cow.“

    Indonesien insgesamt hat bei uns tiefe Spuren hinterlassen. Die Begegnungen waren oft geprägt von echtem Interesse, Respekt und einer erstaunlichen Intensität, die wir sehr genossen haben.

    Kuta gilt als Zentrum der Digital Nomads, der jungen Menschen, die arbeiten, feiern und in Beach Clubs gehen. Wir schauten uns Canggu an und waren erschrocken: ein wenig attraktiver Strand, Müllfelder, Abwassereinleitungen ins Meer.

    Durch manche Stellen muss man buchstäblich hindurchlaufen – es sei denn, man nähert sich den teuren Beach Clubs von der Straßenseite und bleibt dort.

    Diese Clubs haben oft hohe Mindestverzehrbeträge. Auf dem Schild von Finns Beach Club steht: „World´s Best Beach Club.“

    Der Anspruch ist groß. Doch sie liegen nicht direkt am Strand, sondern teils 50 Meter davon entfernt, abgegrenzt durch Mauern. Man ist nicht am Meer, sondern in einer Poollandschaft in einem abgegrenzten Bereich.

    Wir konnten kaum nachvollziehen, warum diese Gegend so populär geworden ist. Der Kontrast zu Gili Air war riesig. Am Ende waren wir froh, dass wir nur kurz auf Bali waren, bevor es weiter nach Australien ging.

    Eine wirklich schöne Erfahrung machten wir im Tiffany’s, einer kleinen Bar etwa 50 Meter vom Harris entfernt. Dort sprachen wir mit Danny und Belinda, die die Bar erst vor drei Monaten eröffnet hatten. Danny ist Deutscher, sein Vater lebt seit Jahren in Labuan Bajo auf Flores, einer Insel mit wunderschönen Tauchgebieten.

    Danny lernte Belinda, Flugbegleiterin, auf einem Flug kennen – und seit drei Jahren sind die beiden ein sehr harmonisches Paar.

    Abends kamen oft andere Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in die Bar und sangen Karaoke – auf beeindruckend hohem Niveau.

    Belinda erklärte mir, dass Singen Teil des Bewerbungsverfahrens bei Fluggesellschaften sei. Deshalb üben sie viel. Anna: Eine junge Frau sang so unfassbar gut, dass sie mich komplett umgehauen hat.

    Berthold: Mit Danny führte ich mehrere tiefgehende Gespräche. Seine Aussage „Irgendwann sind wir alle wieder 25“ blieb hängen. Das entspricht genau meinem Gefühl: Wie schön es ist, wenn Alter keine Rolle spielt und Menschen sich auf Augenhöhe begegnen.

    Unsere Eindrücke aus Kuta und Denpasar sind natürlich nur ein kleiner Ausschnitt von Bali, aber wir fühlten uns dort nicht wirklich wohl. Die Region wächst extrem schnell, überall wird gebaut, und manches wirkt außer Kontrolle geraten.

    Später trafen wir in Australien den Schweizer Liedermacher Büne Huber und seine Familie, die zwei Wochen lang ein Haus mitten in Bali gemietet hatten und sich dort sehr wohl fühlten. Das ist sicher eine gute Alternative.

    Das waren unsere fünf Tage in Kuta Bali – intensiv, widersprüchlich, voller Begegnungen und Eindrücke, die uns lange begleiten werden.

  • Lombok & Gili Air 2025 – Eindrücke, Erfahrungen, Tipps

    Wir waren vom 29. September bis zum 1. November 2025 auf Lombok und Gili Air. Die Reise war abwechslungsreich und spannend:

    sehr schöne Orte, freundliche Menschen, gute Erlebnisse – aber auch Dinge, die uns überrascht und teilweise frustriert haben.

    Hier unsere Eindrücke, Erfahrungen und Tipps.


    1. Sekotong – ruhig, entspannt, viel Natur

    Wir sind im Westen Lomboks, in Sekotong, gestartet. Still, abgeschieden, kleine Dörfer, wenig Tourismus. Gute Gegend, um anzukommen und runterzufahren.

    Unterkunft: Sunset Bay Resort – 40€/Nacht 

    • kleine Apartments, jedes mit eigenem Pool
    • vier Nächte

    Wir waren mit dem Roller unterwegs, haben Strände besucht, Restaurants getestet und uns umgeschaut. Wir haben im „Cocotinos“ Ju kennengelernt – sehr netter Kontakt,

    Video „3 Minuten Leben – Ju aus Lombok“ bei YouTube und Instagram veröffentlicht:

    Schnorcheln & Secret Gilis

    Privater Schnorcheltrip zu den Secret Gilis (z.B. Gili Layar) mit Rauf und Sam.
    – Schöne Unterwasserwelt, viele Fische, Schildkröten.
    – Gleichzeitig deutlich sichtbarer Müll, auch im Wasser.

    – Drohnenaufnahmen gemacht, kleines Missgeschick, Drohne mangels Akku kurz vor der Landung abgestürzt.

    Video bei YouTube:

    Eindruck

    Wunderschöne Natur, ruhiger Start – aber Müll ist ein großes Thema. Uns hat das dort zum ersten Mal richtig beschäftigt. YouTube:

    2. Blongas – viel Ruhe, große Pläne

    Nach Sekotong ging es nach Blongas. Ruhige Bucht, wenig los. Für vier Tage Ruhe absolut okay, auch hier: viel Müll im Alltag sichtbar. Man verpasst nichts, wenn man den Ort auslässt.

    Unterkunft: Belongas Bay Resort – 40€/Nacht mit Frühstück

    • komfortable Bungalows auf gepflegter Anlage
    • drei Nächte

    3. Kuta Lombok – lebendiger Ort mit Höhen und Tiefen

    Danach sind wir nach Kuta (Lombok).
    Komplettes Kontrastprogramm: belebt, viele Roller, viele Restaurants, Tourismuszentrum. Auch in der Low Season ziemlich viel Betrieb.

    Unsere Unterkunft

    • High Five Villa – 27€/Nacht ohne Frühstück
    • 7 Nächte
    • gut, aber neben sehr lauter Reggae-Bar

    Essen & Cafés – unsere Empfehlungen

    • Kenza Café – gutes Essen, einmal in der Woche Party
    • Milk Espresso – gute Bar Zum Frühstücken
    • Radio Café – chillige Bar
    • Cantina Mexicana – lebendig, Mexican Food
    • Mandalika Beach Club – Beach Club mit Mindestverzehr

    Aktivitäten

    • Strände in der Umgebung besucht (Mandalika Beach, Pantai Tanjung Aan, Pantai Mawun, Pantai Selong Belanak!!!!

    Pantai Mawun, Mandalika Beach Club

    • Paragliding (Skylancing Lombok) ausprobiert → günstig (30€/Person), super organisiert, gute Erfahrung

    Was uns nicht gefallen hat

    • sehr laute Nächte (Live-Musik teils bis 2:30 Uhr)
    • viele Kinder, die nachts Armbänder verkaufen → Kinderarbeit sichtbar und normalisiert
    • viel Verkehr, Scooter überall

    Kinder halten sich nachts auf den Straßen auf und verkaufen Armbänder.

    Unterm Strich: gute Base, tolle Cafés & Aktivitäten, aber hektisch und teilweise belastend.

    4. Selong Belanak – schöne Auszeit

    • Strandtag in Selong Belanak, mit dem Scooter 30 Minuten von Kuta
    • Übernachtung im Ola Ola Lombok – 28€/Nacht mit Frühstück
    • sehr schöne Anlage, aber abends/nachts hört man die Scooter
    • Surfschulen, entspannte Stimmung, gutes Essen.
    • Besonders gut gefallen: Sempiak Resort Beachbar (Laut Biru Bar: auch als Nicht-Gast zugänglich).
    • Dazu eine lokale Recycling-Kunstinitiative (Plastik Kembali) – sehenswert: https://www.plastikkembali.com

    Ola Ola in Selong Balank, Laut Biru Bar, Plastik Kembali

    5. Tetebatu – Natur & Dorfleben

    Zum Abschluss waren wir in Tetebatu. Kleine Bungalows zwischen Reisfeldern, ruhiger Ort, sehr herzliches Umfeld.

    Unterkunft: Hidden Villas – 19€/Nacht mit Frühstück

    • 4 Nächte
    • mitten in den Reisfeldern
    • laut, da einige Moscheen in der Nähe
    • Besichtigung von Reisfeldern
    • Monkey Forest und Wasserfälle
    • Wasserfall Benang Kelambu (sehr empfehlenswert)
    • Dorfbesuch, Produktion von Kokosöl/Kaffee (nicht gemacht)

    Besonderes Erlebnis: Wir sind zufällig in einen traditionellen Hochzeitsumzug geraten – sehr offene und freundliche Begegnungen.

    • Interview mit Indra über Gleichbereichtigung von Frauen in Indonesien:

    6. Rinjani-Trek

    Ich (Berthold) habe den Crater Rim Trek ab Sembalun gemacht. Start auf 1100 m, Übernachtung am Kraterrand, schöne Aussicht, anstrengend.
    Anna blieb in Senaru (Embun Homestay – 10€/Nacht) und hatte dort eine sehr gute Zeit mit der Gastfamilie.

    • Es gibt drei Routen von Senaru/Sembalun aus, plus eine von Tete Batu aus.
    • Die Sembalun Route hat am wenigsten Höhenmeter: Von Sembalun (1156m) bis Craterrim (2639m), bis Rinjani Summit (3726m, nicht gemacht)
    • Eine Übernachtung am Kraterrand im Zelt (Boden sehr hart, Matte dünn)
    • Sonnenaufgang am Kraterrand und Aussicht sehr schön
    • Aufstieg sehr anstrengend, z.T. rutschiger Untergrund
    • Kosten: ca. 160€, einschließlich Übernachtung und Transport

    Es gibt ein Youtube Video:

    7. Gili Air – idyllische Insel ohne Motorenlärm

    Die letzten zwei Wochen haben wir auf Gili Air verbracht
    Insel zum Entspannen: keine Autos, stattdessen E-Scooter und Pferdekutschen, viele Strand-Restaurants. Da wir in der Low Season da waren, herrschte nicht so viel Betrieb.

    Unsere Unterkünfte

    • Matahari Bungalows 2 (10 Nächte) – 18€/Nacht mit Frühstück, Klimaanlage
    • Westseite der Insel (direkt am Meer), daher Sonnenuntergänge
    • einfach, aber für den Preis ok
    • Star Bar Bungalows (5 Nächte) – 18€ pro Nacht mit Frühstück, Klimaanlage
    • Ostseite der Insel, direkt am Meer, Turtels Point
    • einfach, aber für den Preis ok.
    • Hier ist etwas mehr los als auf der Westseite

    Matahari Bungalows 2, Star Bar Bungalows

    Essen & Cafés – unsere Empfehlungen

    • Legend Bar (mittwochs Livemusik mit anschließender Party)
    • Zipp Bar (freitags Livemusik mit anschließender Party)
    • Chill Out Bar
    • Mowies
    • Sands Beach Club
    • Pachamama
    • Bambu Beach Restaurant

    Aktivitäten

    • Strände in der Umgebung besucht
    • Schnorcheln, Korallenriff ist vom Strand aus zu erreichen, Maske und Flossen überall zu mieten
    • Schnorcheltrip mit dem Boot (8€/Person)
    • Spaziergänge über die Insel, alle Orte sind fußläufig oder mit dem Fahrrad zu erreichen (Letzteres ist manchmal wegen der sandigen Wege schwierig).
    • Massagen (8 – 10€|Stunde)
    • Cook classes (viele unterschiedliche Angebote)

    Anmerkung: Die Fische waren nur für Berthold ein Genuss.

    Was uns besonders gefallen hat

    • Leute sind sehr freundlich, interessiert, zugewandt und selbstbewusst, viele interessante Gespräche
    • Entspannte, chillige Atmosphäre auf der ganzen Insel, viele Palmen
    • Das weitgehend intakte Korallenriff, Turtles
    • Nicht überlaufen
    • keine Autos und keine Motorroller
    • Preis/Leistungsverhältnis

    Was uns nicht so gut gefallen hat

    • Das nicht mehr ganz intakte Korallenriff, Boote und Touristen sowie der Klimawandel bedrohen das Riff sichtlich.
    • Pferde werden nicht geschont.
    • Müll im Inselinneren
    • Bei Ebbe zieht sich das Meer sehr weit zurück.

    Unterm Strich: tolle Insel, tolle Cafés, Restaurants & Aktivitäten, aber auch hier Müllprobleme und Zeichen der Bedrohung des Idylls.

    8. Praktische Hinweise

    Transport

    • Kontakt mit einem Fahrer ab Flughafen → für mehrere Fahrten genutzt
    • Preise immer verhandelt (20 – 25€ für 50 – 90 Km)
    • Scooter oft nötig (besonders in Kuta) → 5€ pro Tag

    Visa-Verlängerung (nötig, wenn man länger als 4 Wochen bleibt)

    Eigentlich in Mataram nötig, aber wir haben ein Büro in Kuta genutzt (teurer, aber unkompliziert → Foto mit Handy, zwei Tage später fertig).

    Frühstück & Unterkünfte

    • Unterkünfte meist einfach, sauber, alles funktional, mit Pool, günstig, gezielte Recherche lohnt sich (Kommentare auf Plattformen genau lesen)
    • Frühstück fast überall: Nasi/Mie Goreng, Pancake oder Omelett + 1 Getränk
    • Extras wie Früchte oder zweiter Kaffee kosten fast immer extra
    • Moscheen
    • Besonders in kleinen Orten viele und sehr laut eingestellte Lautsprecher. Teilweise lange Gebete/Ansprachen, das war für uns ungewohnt und manchmal anstrengend.

    Fazit

    Lombok und Gili Air waren für uns:

    • Natur & Strände → sehr schön
    • Menschen → freundlich, offen
    • Essen → abwechslungsreich möglich (wenn man sucht)
    • Aktivitäten → top
    • Realitätsthemen → Müll, Luftverschmutzung durch Müllverbrennung, Kinderarbeit, Verkehr sichtbar und teilweise belastend.

    Trotzdem: wir sind froh, dort gewesen zu sein! YouTube:

  • Jakarta

    Hier folgen in Kürze unsere Einträge.

  • Gardenroute

    Am 16. September haben wir Kapstadt verlassen und sind mit unserem nagelneuen Mietauto (18€ pro Tag), einem VW Polo, Richtung Kap der Guten Hoffnung aufgebrochen. Die Fahrt entlang der Panoramaroute war atemberaubend – türkisblaues Meer, wilde Felsen, kräftiger Wind.

    Für den Nationalpark mussten wir 25 € Eintritt zahlen – ehrlich gesagt, ganz schön viel dafür, dass man am Ende „nur“ den berühmten Namen und das Schild zu sehen bekommt. Natürlich haben wir auch vor diesem Schild gestanden.

    Trotzdem: Der Ort hat Magie. Die Wellen krachen gegen die Felsen, der Wind pfeift, die Luft riecht nach Salz. Die Besucherzahlen waren enorm: gefühlt 95 % asiatische Reisegruppen, hauptsächlich aus China. Wir sind danach noch hoch zum Leuchtturm gefahren, haben einen Kaffee im kleinen Restaurant getrunken und einfach die Aussicht genossen.

    Von dort ging es weiter nach Boulders Beach, wo wir eine kleine, sehr charmante Unterkunft direkt am Nationalpark hatten.

    Dort leben die berühmten afrikanischen Pinguine, die so rufen wie Esel – unglaublich laut, aber herrlich zu beobachten.

    Abends, als keine Touristen mehr da waren, konnten wir direkt am Park entlang spazieren gehen und die Tiere aus nächster Nähe erleben. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Eintritt zu zahlen und den Pinguinen sehr nah zu kommen.

    Die Unterkunft war ein Glücksgriff – ruhig, mit Meerblick beim Frühstück, und ohne Massentourismus. Anna: Das vegane Kichererbsen-Omelett war ein Highlight. So etwas habe ich noch nirgends gefunden.

    Weiter ging’s zum Lovane Wine Estate bei Stellenbosch. Dort konnten wir nicht nur übernachten, sondern auch eine Weinverkostung genießen. Wir hatten das Glück, dass sich die Managerin Zeit nahm und uns sowohl die Weine erklärte, als auch das Zusammenspiel mit der passenden Schokolade. Später kam noch eine russische Gruppe von 5 Personen dazu, die gehörlos war. Sie waren auf ihren Geschmackssinn angewiesen. Später nutzten sie im Gespräch mit Anna die russische Lautsprache. Dadurch war eine schöne Kommunikation möglich.

    Das Frühstück am nächsten Morgen war wie fast überall in Südafrika üppig: frisches Brot, Marmelade, Käse, Bacon, Eier bzw. Omelett, Müsli, frisches Obst – alles, ohne sich entscheiden zu müssen. Diesen Ort mitten in den Weinbergen haben wir als sehr friedlich und angenehm empfunden.

    Von dort fuhren wir nach Hermanus, auf Empfehlung (von Katharina und Ulli) – und es war ein Volltreffer! Für uns ist Hermanus die schönste Stadt an der Garden Route: charmant, künstlerisch, lebendig.

    Wir spazierten ans Meer, suchten uns ein Restaurant, fragten den Kellner, ob man hier wirklich Wale sehen könne. Er grinste, ging ein paar Schritte mit uns – und tatsächlich: direkt vor dem Restaurant tauchten die ersten Wale im Meer auf!

    Whale watching point

    Auberge Burgundy

    De Kelders: Coffee On The Rocks

    Auch die Menschen in Hermanus waren außergewöhnlich herzlich. Anna wurde sogar einmal von einer Bedienung umarmt, einfach weil sie sich gut verstanden hatten – kein touristischer Reflex, sondern ehrliche Wärme.

    Berthold: Ich hatte zuvor in einem Artikel gelesen, Südafrikaner seien „unheimlich freundlich“. Ganz so pauschal stimmt das nicht – viele Begegnungen sind eben Teil des Service. Aber wenn man Menschen auf Augenhöhe begegnet, bekommt man echte Herzlichkeit zurück. Das haben Anna und ich oft erlebt.

    Anna: In einem Restaurant lernte ich Michelle kennen, unsere Bedienung. Sie bot mir spontan eine kleine Führung an – zeigte mir die Weinwand, den zweiten Gastraum, die Terrasse – und erzählte von ihrem Alltag. Als wir über die Unterschiede zwischen Schwarzen und Weißen sprachen, sagte sie leise: Sie arbeite gern dort, weil ihre Chefs sie gut behandeln. Aber bei früheren Arbeitgebern hätte sich oft nur ausgehalten, ist ruhig geblieben, obwohl sie sich unfair behandelt gefühlt hätte. Sie brauchte das Geld für ihre Kinder.

    Es ist spürbar, wie tief die alten Strukturen verwurzelt sind. Viele „People of Colour“ verdienen um die 250 € im Monat, manche etwas mehr. Das reicht gerade so zum Überleben, aber nicht, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wir haben oft miteinander, aber auch mit anderen Menschen darüber diskutiert, wie ein höheres Gehalt ermöglicht werden kann. Es gibt Ideen, aber keine wirkliche Lösung.

    Von Hermanus fuhren wir weiter bis zum südlichsten Punkt Afrikas, dem Cape Agulhas. Zufällig war das Eingangstor des Nationalparks im Umbau – wir mussten keinen Eintritt zahlen.

    Cape Agulhas – Wo sich der Indische und Atlantische Ozean treffen

    Übernachtet haben wir im kleinen Ort Arniston, im „Blue Sky“ – alles in Blau und Weiß gehalten, sehr liebevoll gestaltet. Auch hier haben wir uns sehr wohl gefühlt.

    Am nächsten Tag sind wir noch an die Küste gefahren. Es war Samstag. An einem Grillplatz standen 4 Minivans. Es wurde gegrillt, Kinder spielten ausgelassen im Meer, laute Musik ertöne, es wurde getanzt – Lebensfreude pur, es waren Black People.

    Für uns ging es ins Landesinnere nach Oudtshoorn. Die Route führt durch die Kleine Karoo, eine Halbwüste mit atemberaubenden Landschaftswechseln – von grünen Tälern in steinige Steppe, dann in fast wüstenhafte Weite. Die „Route 62“ war insbesondere für die Motorradfahrer eine interessante Strecke.

    Die Stadt ist für ihre Jahrhunderte alte Straußenzucht bekannt. Wir hatten nicht die Zeit, die wirkliche Schönheit des Ortes zu entdecken.

    Nach einer langen Fahrt erreichten wir Plettenberg Bay – bei grauem Himmel und müden Gesichtern. Doch die Begrüßung im Hotel war so herzlich, dass der graue Tag vergessen war.

    Wir lernten Abigail und John aus Zimbabwe kennen, sowie Caroline, die britische Besitzerin. Sie alle strahlten Wärme und Offenheit aus. Caroline hatte in Australien gelebt, sprach kritisch über die Weltlage und schien wirklich an ihren Mitarbeitern interessiert – und umgekehrt. Es war ein sehr vertrauensvolles Miteinander zu spüren.

    Wir wanderten zur Küste und trafen unterwegs zufällig auf eine große Familie in traditionellen Kleidern, die gerade ein „Heritage Event“ feierte. Wir wurden spontan gebeten, ein paar Worte zu sagen – und landeten mitten in einer fröhlichen, generationsübergreifenden Feier. Musik, Lachen, Fotos – ein wunderschöner Moment.

    Abends aßen wir in dem Restaurant Fat Fish, das z.T. um einen Felsen gebaut war – ein spannender architektonischer Mix. Allerdings fiel auf, dass drei weiße Männer den Service führten, während schwarze weibliche Mitarbeiterinnen eher im Hintergrund standen und Hilfstätigkeiten leisteten. So freundlich die Atmosphäre war, die gesellschaftlichen Rollen waren sichtbar und es war klar, wer das wichtige Trinkgeld bekam.

    Das Robberg Nature Reserve war unser nächstes Ziel – die Hauptattraktion in der Gegend. Es gibt dort drei Wanderwege: 2 km, 5 km und 9 km. Anna wählte den kurzen, ich den langen Weg – passend zu unseren Bedürfnissen.

    Mein Weg führte entlang der Klippen bis zum „Point“. Unterwegs hörte und roch man schon die Robben, bevor man sie sah. Zum Glück hatte ich meine große Kamera dabei.

    Unten am Wasser war es wild und wunderschön – Wind, Gischt, Felsen. Der Rückweg war anstrengend, aber lohnend: 9 km pure Natur.

    Begegnung mit John – Drei Minuten Leben

    Zurück in der Unterkunft sprach ich noch einmal lange mit John. Er verdient monatlich rund 500 € für sechs Tage Arbeit pro Woche. Für südafrikanische Verhältnisse ist das viel, aber es bleibt ein hartes Leben. Er erzählte offen, das er und seine Familie in dem Township, in dem sie leben, schon häufig körperlich bedroht wurden, weil sie nach den Vorstellungen der südafrikanischen Nachbarn, ihnen die Jobs wegnehmen. John machte mehrfach deutlich, dass er irgendwann auswandern möchte, vielleicht nach Europa, um seinen Kindern ein besseres Leben bieten zu können.

    Ich fragte, ob er Lust hätte, ein kleines Interview für ein neues Format zu machen – „Drei Minuten Leben“. Drei Fragen, drei ehrliche Antworten. Er sagte sofort ja. Vielleicht wird daraus einmal eine kleine Serie – über Begegnungen, die bleiben.

    Abschied von Südafrika

    Morgen fahren wir zurück nach Kapstadt, geben das Auto ab und fliegen weiter – über Doha nach Jakarta. Indonesien wartet schon.

    Diese Wochen in Südafrika waren intensiv – voller Schönheit, Widersprüche, Begegnungen und Gedanken.

    Es ist kaum zu fassen, wie viel dieses Land in einem bewegt.

  • Capetown

    Am 10. September sind wir in Kapstadt gelandet. Dort standen wir in einer ewig langen Schlange bei der Passkontrolle, ca. zwei Stunden lang, bis wir durch waren. Offenbar waren mehrere große Flieger gleichzeitig angekommen.

    Anschließend wollten wir uns in Ruhe ein Taxi bestellen, wurden aber gefühlt tausend Mal gefragt, ob wir eins brauchen. Zum Glück hatten wir die Uber-App, die Fahrdienste zu einem sehr günstigen Preis anbietet, schon aktiviert. Der Fahrer war freundlich und brachte uns sicher zu unserem Apartment.

    Unsere Unterkunft lag am Ocean View Drive und hieß auch so – tatsächlich mit Ocean View. Vom Balkon aus sah man das Stadion, dass für die WM 2010 eine wichtige Rolle spielte und sogar die Meeresküste.

    Der Stadtteil „Green Point“ gilt als sicher, und das merkten wir auch: Drei gesicherte Tore mussten wir öffnen, um überhaupt ins Apartment zu kommen.

    Das Appartement war mit allem Nötigen eingerichtet – sogar ein paar Kleinigkeiten von der Vermieterin wie Müsli, Milch und Kaffee standen bereit. Nur der modrige Geruch störte. Trotzdem: Für den Preis und die Lage war es absolut okay.

    Am ersten Tag sind wir einfach Richtung Meeresküste losgelaufen. Schon nach wenigen Minuten fiel auf: Jedes Haus ist hier wie eine Festung. Hohe Mauern, Elektrozäune, Warnschilder. Offenbar gibt es Nachbarschaftsinitiativen, die regelmäßig Patrouille fahren.

    Anna: „Ich habe mich gefragt, wie es ist, so zu leben – immer hinter Mauern, immer auf den Stacheldraht schauen zu müssen“.

    Die Promenade wirkte auf uns nicht besonders einladend, überall dieser beißende Geruch nach Urin. An vielen Stellen sah man obdachlose Menschen, von denen einige offensichtlich Drogen konsumierten und die am Strand oder auf der Straße schliefen. Das war schwer auszuhalten.

    Nach etwa vier Kilometern änderte sich alles: Plötzlich war alles sauber, gepflegt, fast wie eine andere Welt. Die V&A Waterfront. Riesenrad, Restaurants, Musik, Bars, Kunsthandwerk, Touristen, Wohlstand. Eine heile Welt???

    Wir aßen Tapas, Berthold ein richtig gutes Filetsteak –bezahlbar und köstlich. Die Victoria & Alfred Waterfront (benannt nach einem früheren englischen Königspaar) ist wunderschön angelegt.

    Am Nachmittag sahen wir in der Nähe des Aquariums Robben, die sich auf einer Plattform sonnten.

    Ganz in der Nähe liegt auch der Farmers Market – samstags und sonntags geöffnet – ein echtes Highlight! Kulinarisch, visuell, menschlich.

    Natürlich durfte der Tafelberg nicht fehlen. Sobald die Sonne schien und das Grau in Grau vergessen ließ, buchten wir online die Tickets für die Seilbahn, die uns nach oben bringen sollte. Wir wurden von einer superlangen Warteschlange begrüßt und mussten drei Stunden warten, bis wir in die Gondel konnten. Oben angekommen war alles vergessen.

    Diese Weite, das Licht, die Heidelandschaft, der Blick – atemberaubend. Die vielen Menschen verteilten sich gut. Wenn Nebel oder Wolken aufziehen, wirkt es dort fast märchenhaft. 

    Abends landeten wir auf einer Partystraße (Longstreet). Die Stimmung war in vielen Internetbeiträgen als großartig beschrieben. Das konnten wir so nicht feststellen. Es war eher trist, die laute Musik aus den Bars konnten die Leere nicht übertönen.

    Nach einigem Hin- und Her gingen wir ins „Mama Africa“, wo wir uns an die Theke setzten. Die Band war erstaunlich gut und hatte eine tolle Ausstrahlung! Es gelang ihr aus den einzelnen Besuchergruppen ein fröhliches Publikum zu formen. Auch die Mitarbeiterinnen haben spontan eine Einlage gegeben.

    Die Menschen kamen vor allem aus afrikanischen Ländern wie Botswana, Simbabwe, Kenia, aber auch den USA, Australien, Großbritannien. Wir kamen mit einigen Gästen und Musikern ins Gespräch.

    Ein Musiker erzählte uns später leise, dass er eigentlich aus Simbabwe stammt, das aber nicht öffentlich sagen wollte, weil Simbabwer in Südafrika oft diskriminiert werden. Das hat uns sehr berührt.

    Ein paar Tage später fuhren wir Richtung Westen – Clifton Beach und Camps Bay. Eine traumhafte Strecke. Von Clifton nach Camps Bay liefen wir einige Kilometer an der Promenade entlang und hatten eine tolle Aussicht! Dann fielen uns auch die teuren Autos, Designerbars, gigantische Villen auf, die von offensichtlich wohlhabenden Weißen genutzt wurden. Der Strand wurde von sehr unterschiedlichen Menschengruppen besucht, aber in den Restaurants und Bars hielten sich fast nur Weiße auf.

    Das Bild von Capetown liefert Gegensätze. Hier Villen, so teuer wie nirgendwo sonst in Afrika, reihenweise Automarken wie Lamborghini und Porsche, Bars, in denen nur Weiße feiern. Auf der anderen Seite, wenn man zum Flughafen fährt, Slums, in denen Migranten leben, die versuchen, irgendwie Fuß zu fassen oder auch vielleicht aufgegeben haben. Insbesondere an den Ampelkreuzungen bettelnde Menschen, die sich nicht anders zu helfen wissen.

    Diese Diskrepanz war schwer zu übersehen. Trotzdem – wir fühlten uns sicher und hatten eine gute Zeit, allerdings mit einem bitteren Beigeschmack.

    Zum Abschluss unserer Reise haben wir noch bei Suzie und Willy in der Nähe des Flughafens übernachtet. Zwei wunderbare Menschen über 70, die sich ihren Traum erfüllt haben und seit einigen Jahren ein kleines Guesthouse mit Restaurant führen.

    Am Abend erzählten sie offen von der Apartheid – wie es damals war und wie viel sich seitdem verändert hat. In ihrem Restaurant hängt heute noch ein altes Schild: „Slegs Blankes“ (Whites Only). Sie haben es umgedreht und daneben eine Regenbogenfahne aufgehängt, als Zeichen dafür, dass heute jeder bei ihnen willkommen ist. Das fanden wir unglaublich berührend.

    Willy sagte, Südafrika sei auf einem langen Weg der Normalisierung. Es gibt Fortschritte, aber nicht so schnell, wie man es sich wünschen würde. Manche Maßnahmen – wie Quoten an Universitäten – funktionieren nicht wie geplant, weil viele Jugendliche gar nicht die Voraussetzungen haben, erfolgreich einen Abschluss zu machen. Man müsste viel früher ansetzen. Trotzdem würde sich etwas bewegen.

    Kapstadt ist widersprüchlich:

    • Eine schöne Natur, besonders die Strände und der Tafelberg
    • Architektonisch ansprechende Häuser, aber mit Elektrozäunen gesichert
    • ein tolles gastronomisches Angebot mit einem für Europäer günstigem Preisniveau
    • tolle Bars, in denen aber fast nur Weiße sind
    • Vermüllte Slums, die ein menschenwürdiges Leben ausschließen
    • Obdachlose und drogensüchtige Menschen in den Straßen
    • sichtbare und fühlbare Armut und Perspektivlosigkeit

    Kapstadt – schön und schwer zugleich

    Kapstadt ist eine Stadt voller Gegensätze – bunt, lebendig, laut, herzlich, manchmal bedrückend. Es gibt unendlich viel zu entdecken: Streetfood, Märkte, Musik, Kunst.

    Die Menschen sind freundlich, und wenn man ihnen offen begegnet, bekommt man ehrliche Herzlichkeit zurück.

    Anna: Ich muss aber ehrlich sagen: Mich hat die Ungerechtigkeit hart getroffen. Ich war richtig niedergeschlagen, fast depressiv. Diese Mischung aus Schönheit und Elend war schwer zu ertragen.

  • Namibia, Victoria Falls und Botswana

    1. Unsere Tage in Windhuk

    Wir sind vom in der Nacht vom 6. auf den 7. August über Johannesburg nach Windhuk geflogen. Es war ein toller Flug mit Turkish Airlines. Wir hatten ein Riesenglück, weil wir beide eigentlich nicht zusammensitzen konnten, plötzlich war aber neben mir ein Platz frei. Wir saßen ganz vorne, hatten super Beinfreiheit und fühlten uns sehr wohl bei diesem Flug.

    Anna: „Der Koffer von Berthold wurde am Flughafen kontrolliert und er befürchtete schon, dass er die Drohne abgeben müsse, weil er diese nicht vorab angemeldet hatte, was in Namibia Vorschrift ist.

    Berthold: „Aber das eigentliche Objekt des Interesses waren meine Pillen. Ich habe nämlich alle Pillen dabei, die ich das ganze Jahr für mein Herz brauche. Zum Glück hatte ich den Arztbrief auch dabei und das hat die Grenzbeamtin zufriedengestellt. Bei der Gelegenheit hat sie die Drohne dann entdeckt, hat aber nur gesagt „Oh,it’s a drone.“   Ich durfte alles wieder einpacken und auch die Drohne mitnehmen.“

    Asko hatte uns beim Online Check-In angeboten, uns vom Flughafen abzuholen, aber irgendwie hat das mit den Zeiten nicht geklappt. Also haben wir dort vor Ort ein Taxi für 30€ angeheuert, das uns dann nach Windhuk gebracht hat. Berthold ist am nächsten Tag zur Asko-Niederlassung gefahren und konnte erreichen, dass uns als „kleine Widergutmachung“ ein Upgrade beim Camper angeboten wurde. Jetzt haben wir ein „Traumschiff“ als Auto, unser „Monster“, was uns wirklich ans Herz gewachsen ist. 

    Vom 7. bis zum 11.09.  sind wir im Chamäleon Backpackers Guesthouse. Anna hatte sich schon in Istanbul total erkältet und brauchte ein bisschen Zeit, um wieder fit zu werden. Berthold hat schon mal die Stadt ein bisschen erkundet und war in der Rooftop-Bar vom Hilton.

    Nachts hatten wir fette Schafwolldecken, die sehr warm waren, es war auch nötig, weil  es nachts um die 1° C kalt war.

    Morgens konnte man sich in die Sonne setzen und frühstücken.

    Es gab eine offene Küche, das war sehr nett und war ein schöner Raum für Begegnungen.

    Erwähnenswert ist noch der junge Mann aus Kyoto, der alleine gereist ist und gerade sein Ingenieurstudium hinter sich gebracht hatte. Nun wollte er sich belohnen, indem er „ein bisschen Afrika“ kennen lernen wollte. Leider fand er kaum Anschluss und hatte auch nicht das Geld für Safaris oder andere Aktivitäten. So konnte man ihm wirklich anmerken, wie unglücklich und enttäuscht er war. In Japan wartet ein Job auf ihn, auf den er keine Lust hat. Dieser Aufenthalt sollte seine Auszeit sein, die er aber gar nicht nutzen konnte. Das tat uns richtig leid.

    Am nächsten Tag haben wir Katharina und Ulli Kessel getroffen. Die Kessels waren vor 35 Jahren auch Teachers in Zimbabwe. Nachdem wir jahrelang keinen Kontakt hatten, hatte ich nun über Facebook wieder Kontakt zu ihnen bekommen. Sie leben ungefähr 30 km außerhalb von Windhuk. Die beiden haben uns abgeholt und wir sind im „fresh´n wild“ Essen gegangen (Empfehlung). Wir haben uns auf eine sehr schöne angenehme Art und Weise unterhalten mit viel gegenseitigem Interesse. Es war toll mehr über ihren Werdegang  und über das, was sie in den vielen Jahren erlebt haben, zu erfahren.

    Unser Treffen war so schön, dass wir uns gleich für den nächsten Tag noch einmal verabredet haben und zwar in ihrem Haus in Omeya. Ulli holte uns ab. Dort konnten wir das wunderschöne Haus, was U-förmig gebaut ist und einen Swimmingpool in der Mitte hat, bewundern. Das Gebäude war geöffnet Richtung  Savanne und Wildnis. Man konnte die Kameldornbäume sehen, auf den Bäumen waren Papageie, das Ganze war eingebettet in einer Golfplatzanlage, so dass auch Security gewährleistet war. Anna:“Ich bin Katharina ganz dankbar, weil sie meinen Horizont erweitert hat. Sie hat mir sowohl von dem Getränk Rock Shandy berichtet als auch von dem Savanna Dry, einem Cider-Getränk und vom Roibusch Macciato. Alle drei Getränke habe ich probiert und genossen.“ Wir sind den Beiden sehr dankbar für die Insider-Tipps, die uns sowohl in Namibia, als auch Simbabwe gut getan haben.

    Wir nutzten den nächsten Tag um uns in Windhuk umzuschauen. Auch die Rooftop-Bar vom Avani war auf unserer Liste. Das Avani wurde von einigen schwarzen jungen Frauen für Fotoshootings genutzt. Sie posierten am Pool, was schon ganz schön lustig wirkte. Wir konnten lernen, dass „Gelb“ die Farbe des Jahres“ ist. 

    Natürlich haben wir uns auch einige Sehenswürdigkeiten angeschaut, wie z.B. die Christuskirche. Dort war gerade eine Hochzeitsfeier und alle Gäste waren elegant schwarz gekleidet, nur die Braut durfte weiß tragen und ganz enge Vertraute hatten noch andersfarbige Kleider an.

    Vor der Kirche kam ein sehr gut deutsch sprechender Mensch auf uns zu und erzählte von seiner Vergangenheit. dass er damals, noch vor der Unabhängigkeit des Landes 1990, mit vielen anderen Waisenkinder – es gab zu der Zeit viele AIDS Waisen –  in die DDR geholt worden war. Dort sollten und haben sie eine sozialistische Erziehung bekommen. Sie waren in der DDR in einer Art Ghetto untergebracht. Als die Mauer fiel und auch Namibia unabhängig wurde, hat man diese Kinder wieder nach Namibia zurückgeschickt. Nun waren einige Jahre vergangen und sie fühlten einen Kulturschock. Sie wussten überhaupt nicht mehr, wie sie hier weitermachen sollten und er persönlich hatte dann das Bedürfnis, ganz schnell wieder nach Deutschland zu kommen, was ihm auch gelungen ist. Dort hat er eine Automechaniker Ausbildung gemacht und einige Jahre im Ruhrgebiet gearbeitet. Heute arbeitet er in Windhuk als Automechaniker.  Er berichtete, dass es in den nächsten Monaten ein Treffen mit allen damals betroffenen Menschen geben soll und er hat um Spenden gebeten um das organisieren zu können. Egal was man davon hält, dass jemand um Spenden bittet, mich hat seine Geschichte sehr berührt. Er hat in seiner Kindheit ähnliches erfahren wie ich. Der Unterschied ist nur, dass man ihm das Fremdsein sofort ansah und mir eben erst auf dem zweiten Blick. Für ihn war das sicherlich sehr viel schwieriger, sich integriert zu fühlen. Bei seiner Rückkehr nach Namibia gehörte er dann auch nicht mehr automatisch dazu. Der Aspekt, sich „fremd im eigenen Land“ beziehungsweise „fremd in einer zweiten Heimat“ zu fühlen wurde für mich so deutlich bei diesem Gespräch.

    Danach haben wir uns noch das in der Nähe liegende „Independence Museum“ und das Völkermord Memorial angesehen. 

    Auf die Autoübergabe am nächsten Tag haben wir uns riesig gefreut. Wir haben ein ganz tolles Auto bekommen und mir ist aufgefallen, dass wirklich jede Ritze geputzt war. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet, dass das so ordentlich übergeben wurde. Ein Service-Mitarbeiter hat uns alles ganz genau erklärt. Ich habe währenddessen Videos gemacht, die auch wirklich hilfreich waren, zum Beispiel wie man das Dachzelt aufbaut und wie man’s wieder abbaut. 

    Anschließend sind wir in die Maerua-Mall gefahren, wo die Auswahl riesig war. Wir haben super Sachen gefunden und fühlten uns gut ausgestattet. Wegen der niedrigen nächtlichen Temperaturen sind wir noch in ein anderes Geschäft gegangen und haben uns jeweils eine Decke ausgesucht, die wir auch oft genutzt haben. Ja bis heute jede Nacht und das nicht nur wegen der Kälte, sondern auch aus hygienischen Gründen. So hatte ich keinen direkten Kontakt mit der Steppdecke, die im Auto war. 

    2. Solitaire Mountain Lodge

    Wir sind in Richtung unserer ersten Station, der Solitaire Mountain Lodge, gefahren. Diese lag mitten in der Wüste und war wunderschön. Dort konnte ich meine ersten Drohnenaufnahmen machen.  Ich habe die Drohne über den Swimmingpool gesteuert, in der Annahme, dass Anna da alleine liegen würde, tat sie aber nicht, sondern dort war noch eine Schweizer Familie, die das natürlich nicht witzig fand. Ich hab mich tausend Mal entschuldigt, und versichert, dass ich gar kein Video gemacht habe, sondern nur Fotos, auf denen sie gar nicht drauf waren. Aber so ganz akzeptieren konnten sie meine Entschuldigung nicht. „Shit happens“.

    Später habe ich eine „Cheetah-Tour“ in einer Sanctuary gemacht.

    Von dort fuhren wir über den Ort Solitaire, wo es den legendären Apfelkuchen gibt, zum Namib Desert Lodge. Man kann es sich kaum vorstellen. Es ist wie in den Youtube-Videos: Eine dicke, fette Schlange, jede weiße Person isst diesen Apfelkuchen mit Sahne und Kaffee. Die Angestellten backen den Apfel (und Mohnkuchen) hier in Massenproduktion.

    Und dann stehen da auch noch diese Schrottautos, die ebenfalls in jedem YouTube Video von Namibia vorkommen. 

    Als wir in der Namib Desert Lodge ankommen, sind wir etwas enttäuscht, da diese schon auf Massenbetrieb ausgerichtet ist, genauer gesagt auf weiße Safari-Gäste, bzw. große Reisegruppen aus Asien, die auf dem Weg zum „Sossusvlei“ sind.

    Zum Glück hatten wir das „Camping2go“ gebucht, das sind abseits gelegene, gut eingerichtete Zelte mit 4 Betten und einer gemauerten sanitären Einrichtung. Das war ein tolles Erlebnis, ein super durchdachtes Konzept. Ein bisschen problematisch war der ca. 2 Kilometer lange Weg von den Tented Camps zur Main Lodge. Man musste ca. 10 Minuten über sandige Pisten gehen, die nachts nicht beleuchtet waren. Den Weg sind wir gegangen, um uns abends das Buffet zu gönnen. Dieses kostete ungefähr 25 € und war sehr lecker.  

    Am nächsten Tag sind wir sehr früh aufgestanden und zum Sossusvlei National Park gefahren. Am Gate gab’s eine etwas längere Schlange, man stieg aus dem Auto aus und beobachtete die aufgehende Sonne. Schöne Bilder und man kam auch mit dem einen oder anderen Menschen ins Gespräch. Im Park passierten wir zunächst die berühmte Düne 45, wo alle ihren ersten Stopp einrichteten. Die Allerersten rannten gleich den Grad an der Düne hoch. Wir haben das nicht gemacht und sind weiter gefahren Richtung „Dead Vlei“. 5 Kilometer vor „Dead Vlei“ gibt es einen Parkplatz, wo viele einen Shuttle nutzen. Andere, wie auch wir, fahren lieber selbe. Zunächst mussten wir von den Reifen Druck ablassen, von ca. 2,2 bar auf 1,2 bis 1,6 bar.

    Ein netter Südafrikaner empfahl uns noch, Track Control auszuschalten, was die manuelle Kontrolle im Sand verbessern würde. Wenn die Räder im Tiefsand durchdrehen, würgt CTS diese ab, was dann zum Stillstand führt. Dann kam unsere erste wirkliche Sandpiste. Ich bin gefahren. Es hat Spaß gemacht und Anna hat die Fahrt mit der GoPro gefilmt. so allmählich kriegte man ein Gefühl für das Auto und wir haben gemerkt, das Auto ist krass.

    Anna: Im Dead Vlei waren viele Leute, die sich aber verteilten. Alle versuchten an einem Baum ihre Fotos zu schießen, so dass man bisschen gucken musste, wo man einen freien Baum fand. Aber man fand ihn. Überall sind unübersehbare Schilder: „Bitte nicht anfassen, bitte nicht hinsetzen, bitte überhaupt nicht in Berührung kommen“ und dann hab ich so beobachtet, wie die Guides, die die Touris begleiteten, sich einfach auf einen dieser toten „Heiligtümer“ gesetzt haben. Sie wurden von den Guards, die das Deadfly bewachten beziehungsweise beobachteten, freundlich und sehr höflich darauf hingewiesen aufzustehen. Sie taten das so, dass sich niemand beschämt fühlte, sondern sich wirklich dann auch entfernt hat. In anderen Ländern würde jemand dazukommen und brüllen lass diesen Baum in Ruhe, steh sofort auf das ist verboten, hier war das eher sehr freundschaftlich. 

    Berthold: Eigentlich wollte ich die angrenzende Düne hoch laufen (Sie heißt „Big Mama“), habe mich dann aber doch dagegen entschieden, weil ich gedacht habe, wozu muss ich da jetzt durch den Sand und in der Hitze nass geschwitzt sein, also haben wir haben wir’s nicht gemacht und sind dann gemütlich zurückgefahren.

    Am nächsten Tag haben wir uns aufgemacht zur Namibia Nights Accommodation in Swakopmund. Dort haben wir zwei Nächte verbracht. Leider war das Zimmer sehr klamm. Es war feuchtkalt und es hat mich stark an Deutschland erinnert. Anna: „Am liebsten hätte ich mich den ganzen Tag unter die Decke verkrochen. Die Nachmittage waren wärmer, zudem waren wir mit unseren sehr warmen Jacken gut ausgerüstet. Aber das Wetter passte zu dem Charakter des Ortes, der deutscheste Ort Namibias hat auch deutsches Wetter. Wir konnten erleben, wie deutschstämmige Namibier Karneval gefeiert haben, mit Prinzessinnen und Königin und Prinzen und König und deutschen Partyliedern, jeglicher Couleur, es war grotesk. Die Bänke waren voll besetzt mit Weißen, die sich dort betrunken haben. Den Service haben schwarze Jungs übernommen, die von den Feiernden herumkommandiert wurden. Ich fand die Stimmung grässlich.“

    Auch die Architektur in Swakopmund ist bemerkenswert. Man sieht in der Stadt viele Häuser aus der Kolonialzeit (die genauso in Deutschland stehen könnten), die sehr gut in Stand gehalten werden und die, wie auch viele Straßen, deutsche Namen tragen.

    Auch das ist uns aufgefallen.

    Am Sonntag (24.08.25) sind wir früh in Richtung Eosha Nationalpark aufgebrochen. Es war eine der weitesten Strecken, die wir bewältigen mussten. In der Etosha Safari Campsite sind wir drei Nächte geblieben, die Lodge (ab 200 €) konnten wir und wollten wir uns nicht leisten. Die Camsite lag um die 50 € pro Nacht. 

    Das Etosha Safari Camp ist nett, v.a. die Atmosphäre. In dem Mainhouse ist ein Innenhof, der bunt angemalt ist und ein bisschen Reggae Charakter hat.

    Es spielt jeden Abend eine Musikgruppe. Es hat richtig Spaß gemacht. In der Mitte wurde ein Feuer gemacht, eine tolle Atmosphäre.

    Die Lodge ist eine Einrichtung der Gondwana-Kette, genau wie die Namib Desert Lodge, aber diese war völlig anders aufgezogen. Es war so viel lockerer, so viel netter, so viel freier und so viel „mehr Afrika“. Es gab eine Ausstellung, wie Namibia zur Unabhängigkeit gekommen ist. Dann gab es ein Porträt von Mandela und es wurde deutlich, dass man diesen Mann sehr wertschätzt und das, was er geleistet hat für Südafrika und für den Kontinent. 

    Erwähnenswert sind auch noch die Nächte, denn nachts bekamen wir Besuch von Zebras, die die Rasenfläche abweideten. Wir haben unsere Lebensmittelkiste nicht ins Auto geräumt, weil diese gut verschlossen war, so dachten wir. Aber wir hatten den Geruchssinn der Zebras und ihre Hartnäckigkeit unterschätzt, denn sie haben zumindest versucht, die Kiste aufzubeißen und konnten auch einen der 4 Verschlüsse kaputtbeißen. Auch wenn es unwahrscheinlich klingt: In der nächsten Nacht wurde unser 1 Zentimeter dickes Verlängerungskabel für den Kühlschrank durchgebissen. Also ich konnte es kaum glauben, aber es gab keine andere Möglichkeit als dass es die Zebras waren. 

    Game Drives im Eosha: Wir hatten zwei Tage plus einen dritten für die Weiterfahrt. Gleich am ersten Gate, dem Anderson Gate, gibt es ein Wasserloch, es heißt „Ombika“, dort wurden Löwen vermutet, so dass alle Autos zunächst zu diesem Wasserloch fuhren. Dort konnten wir unseren ersten Schakal sehen, was schon mal nicht schlecht war. Allerdings wurde schon hier deutlich, dass die vielen Safari Autos, die den „Tieren hinterherjagten“ nicht nur Freude hochkommen ließen. Nach ca. 18 Kilometern erreicht man das Okaukuejo Gate, wo man die Eintrittsgebühr für den Park zahlt (ca. 45€ für 2 Personen, inklusive Auto). Dort gibt es eine Lodge mit einem eigenen Wasserloch. Dort ist die Situation sehr entspannt. Die Autos stehen in einiger Entfernung vom Wasserloch, es gibt Beobachtungsverstecke und Bänke. Wir haben hier einige Tiere, z.B. viele Elefanten, Zebras, Gnus und Antilopen angetroffen und konnten tolle Bilder machen.

    An unserem zweiten Tag haben wir dieses Wasserloch erneut besucht, aber nicht ganz so viel „Sichtungserfolg“ gehabt, was uns klar machte, dass man schon ein wenig Glück brauchte, um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

    Am dritten Tag haben wir den Park an seiner südlichen Seite durchquert, haben in der „Halali-Lodge“ Mittag gemacht. Wir waren froh, dass wir hier nicht übernachtet haben.

    Danach haben wir einige Wasserlöcher angefahren und wurden reichlich mit Tierbegegnungen beschenkt, nicht immer waren wir von anderen Safari-Campern umgeben.

    Aber machmal ließ es sich doch nicht vermeiden. Fast am Ende des Etoshaparks befindet sich Kleinnamutoni. Hier trafen wir eine riesige Elefantenherde mit mindestens 100 Tieren an. Wir konnten sehr schön das soziale Gefüge beobachten, wer passte auf, wer hatte das Sagen, wer musste gerufen werden und kam dann völlig schnell angetapst. 

    Ganz viele kleine Elefanten wurden beschützt von den großen und es wurde genau geguckt, dass sie nicht alleine sind. Wenn man überlegt, dass ein Elefantenbaby 21 Monate ausgetragen wird, dann kann man sich auch vorstellen, dass die Mutter natürlich sehr genau auf das Baby aufpasst. 

    Am Ende der Fahrt haben wir zum ersten Mal einen richtigen Blick auf die Salzpfanne selbst haben können. Die Etoshapfanne ist eine wirklich große, weiße Pfanne, die sehr trist ist und eine lebensfeindliche Ausstrahlung hat.

    Dann kam unsere nächste Lodge , die Onguma Lodge, besser gesagt Campsite. Dort gibt es zwar auch Camping2go und Lodges, aber ihr wisst ja: die Kohle. Nur für die Campsite gab es ein Haupthaus mit Pool, Restaurant und Wasserloch. Wir fühlten uns als Camper total wertgeschätzt, weil nur für uns sowas Schönes gebaut wurde. Außerdem haben wir auf unserer ganzen Reise bisher noch nicht so professionell und freundlich bedienende Menschen erlebt. Auch ließen sie sich gerne auf private Gespräche ein, was für uns sehr interessant war. Zum Beispiel haben wir erfahren, dass selbst Leute, die im Management-bereich arbeiten, nicht mehr als 4000 namibische Dollar im Monat verdienen, was 200 € sind. Wer einen anderen Job hat, wie beispielsweise Räume putzen oder sich um die Anlagen zu kümmern oder im Service zu arbeiten, bekommt noch mal deutlich weniger. 

    Am nächsten Tag sind wir vorbei an Rundu zur Hakusembe River Campsite (gehört zur Gondwana Collection) gefahren: 436 Kilometer, ca. 5 Stunden reine Fahrzeit, meist asphaltierte Straßen. Diese liegt am Okavango, der hier die Grenze zwischen Namibia und Angola bildet. Die Lodge ist aufgrund ihrer Großzügigkeit sehr beeindruckend, mit einer riesigen Terrasse, was sich leider auch auf die Preise der Speisen und Getränke auswirkte. So haben wir für das Buffet am Abend ca. 25€ pP bezahlt. Wieder hatten wir auf der Campsite ein Sanitär- bzw. Küchenhäuschen für uns. Außerdem haben wir einen ganz tollen Stellplatz gekriegt, der Flussblick hatte. So konnten wir einen sehr schönen Sonnenaufgang über dem Fluss erleben. Auch den Sonnenuntergang konnte man über dem Fluss sehen, was traumhaft war. Wir blieben wie an den meisten Plätzen 2 Nächte.

    Weiter ging es zur Ndhovu Safari Lodge, die einzige Lodge, die wir nicht über Booking.com gebucht haben beziehungsweise buchen konnten. Direkt über die Website hat das aber auch gut geklappt, ich hatte immer Kontakt mit Marichen, offensichtlich ein deutschstämmiger Name. Der Besitzer heißt Ralf, war früher Guide und wir hatten das Gefühl, dass ihm das Ambiente wichtiger als der „Durchsatz“ war. Wieder hatten wir einen super Platz mit Aussicht auf den Okavango und mit einem  eigenen Küchenhäuschen, Dusche und Toilette haben wir uns mit anderen geteilt.

    Wir hatten dort für beide Tage ein Abendessen gebucht und auch einen River Cruise, beides aus unserer Sicht relativ günstig: Das Abendessen unter 20 €, der River Cruise 20 € pP. Letzteres war beeindruckend: viele Tiere, Stille, Sonnenuntergang.

    Beim Abenessen wurde man plaziert, sodass man mit anderen Safari-Touristen ins Gespräch kam. Anna: „Ich muss sagen, dieses Essen war großartig. Es war sehr gut abgeschmeckt.  Auch meine vegetarische Variante. So einen wahnsinnig tollen Spinat hab ich noch nie gegessen. Das Geschirr war ausgelesen und schön, überall wurden Kerzen angezündet und später wurde ein Lagerfeuer in der Mitte der Terasse angemacht. Da konnte man noch drum rumsitzen und es war ein ganz anderes Gemeinschaftsgefühl.

    Auf der Terrasse, die über den Fluss ging, hatte man die ganze Zeit Blick auf Hippos und gehört hat man sie sowieso. Hier konnten wir unser Gespräch Michi und Sabine aus der Schweiz, sowie Annika und Sebastian fortsetzen. Auf jeden Fall war das ein sehr produktiver Austausch. Im Gegensatz zu uns hatten alle vier das Glück, im gegenüberliegenden Buffalopark bei einem geführten Gamedrive, Löwen zu sehen. 

    Wir haben uns im Prinzip dagegen entschieden, Gamedrives zu machen, da wir lieber selbstständig unterwegs sind und zum zweiten ist es auch relativ teuer (in diesem Fall waren es 40€ pP). 

    Für mich spielt das gar nicht so ’ne Rolle,ob man Löwen sieht oder nicht, weil ich auch die anderen Tiere liebe. Am nächsten Tag sind wir kurz entschlossen noch selbstständig in den Buffalo-Park Park gefahren und haben dort Affen mit blauen Hoden gesehen, auch ein Erlebnis. 

    Nächste Lodge: Namushasha River Camp am Kwando River gelegen. Dieser Name ist so schön, wir haben uns sehr darauf gefreut, hier zu sein. Als wir dann da waren, haben wir gemerkt, dass man sich darauf konzentrierte, die Lodges mit Reisegruppen zu besetzen und deren Customers einen guten Service zu bieten. Dennoch war man sehr freundlich zu uns. Eigentlich hätten wir die Campsite 5 bekommen sollen. Auf Nachfrage konnten wir aber problemlos zur Campsite 2 wechseln, die im Gegensatz zu No 5 eine Aussicht auf den Kwando hatte. Die Hippos haben sich direkt vor unserer Campsite getroffen, haben miteinander gespielt und sich ausgetauscht, gelacht und geschnackt und alles was wir Menschen den Tieren so zuschreiben. 

    Anna:“ In der Nähe gibt es ein Heritage Center. Wir sind da nicht reingegangen. Klar interessieren wir uns für afrikanische Kultur und auch für die afrikanische Kultur von früher. Aber ich ich weiß nicht. Also ich fühl mich da trotzdem nicht wohl bei, wenn ich das so alles vorgeführt kriege als Tourist.“

    Am Mittwoch, 27. August haben wir uns auf dem Weg nach Zimbabwe gemacht und mussten erst mal über die Grenze von Botswana. Botswana ist sehr streng, was die Einfuhr von Lebensmitteln angeht, so darf man keine Fleischwaren und auch keine frischen Lebensmittel wie Milch und Käse einführen. Daher haben wir versucht schon vorher alles aufzubrauchen oder zu verschenken. Für den letzten Rest haben wir uns eine Mama mit zwei Kindern ausgesucht und haben gefragt, ob sie die Reste haben möchte. Sie schien ganz erfreut zu sein, sofort, wie aus dem nichts, kamen ganz viele Kinder angelaufen, für die wir leider nichts mehr hatten, und das war irgendwie ein doofes Gefühl. 

    Die Einreise in Botswana und auch die Ausreise war kein Problem. Anders die Einreise nach Zimbabwe. Schon die Häuschen vom Zoll in Simbabwe sehen improvisiert aus, da diese in Containern untergebracht sind, kein Vergleich zu den modernen und klimatisierten Räumen in Botswana.

    Hier stand man in der Sonne vor einem Officer. Der Officer saß in einem dieser Container. Na ja, auf jeden Fall haben wir unser Visum relativ schnell und einfach gekriegt. 30 € pro Person und dann? Dann dachten wir, wir wären schon durch, aber irgend so ein TYP in Zivil kam auf uns zu und sagte, so kommt ihr nicht über die Grenze. 

    Wir erfuhren, dass wir für das Auto ein TIP (Temporary Import Permit) brauchten. Dieses wurde vom Zoll ausgestellt für 70 US$. Voraussetzung dafür, so sagte man uns, sei das CVG (Commercial Vehicle Guarantee). Dieses wurde von dafür registrierten Personen ausgestellt (dieser TYP in Zivil), wofür man uns weitere 50 US$ abknüpfte. Wir waren bockig und weigerten uns zunächst, fragten direkt beim Zoll nach, ob das denn so seine Richtigkeit habe. Man machte uns klar, dass wir keine Wahl hätten und am Ende doch bezahlen würden. Als wir auch noch unsere Telefonnummer und unsere Heimadresse angeben sollten, fragte Anna, wie wir ihm (dem TYPEN in Zivil) trauen könnten, woraufhin er antwortete: „You have to.“ Natürlich haben wir Quittungen bekommen. Auf beiden stand das Gleiche:

    Road Permit, Cabon Tax, Insurance 

    Netter Empfang in good old Zimbabwe!

    Als wir dann rüber gekommen sind, war die die Straße und unsere Stimmung nicht gut, aber ziemlich bald haben wir Elefantenherden neben und auf der Straße gesehen und zwar oftmals und jedes Mal richtig viele und ganz nah, was uns schnell versöhnte.

    In Vic Falls haben wir das Backpacker-Hotel Shoestring Backpackers ziemlich schnell gefunden. Nach dem Einchecken hat Berthold gegenüber dem Manager erwähnt, dass er vor 35 Jahren in Zimabwe als Lehrer gearbeitet hat. Er wurde etwas stutzig, fragte noch wo? Als Berthold sagte, in Kariba bzw. Nyamhunga konnte er es kaum fassen und fragte direkt: „Are you Berthold?“

    I´m Innocent. I´ve been your pupil. Tatsächlich konnte ich mich an Innocent erinnern, da er Teil einer sehr motivierten und erfolgreichen SchülerInnen-Gruppe gewesen war. Wir umarmten uns herzlich und wir alle drei konnten kaum glauben, welche Zufälle das Leben bereit hält.

    Wir freuten uns beide sehr darauf, nach den Nächten im Dachzelt endlich wieder in einem Bett schlafen zu dürfen. Dass die Bettwäsche, wie auch einiges andere in dem Hotel, in die Jahre gekommen war, tat dem keinen Abbruch. In dem folgenden Video haben wir unsere Eindrücke von Vic Falls zusammengefasst.

    Unser Besuch der Vic Falls (Eintritt 50 US$ pP):

    Es gibt die Mainfalls, aber es gibt davor und dahinter Abschnitte bzw. Aussichtspunkte, von denen man die Falls ebenfalls gut betrachten kann, so dass man ständig eine neue Perspektive hat, die die Wasserfälle immer wieder anders aussehen lassen. Insgesamt gibt es 19 Viewpoints, die sich über ca. 1,7 Kilometer erstrecken. Der Sambesi hatte mittel viel Wasser, so dass die Fälle imposant, mächtig und donnernd waren. Man wurde an einigen Stellen wegen des Sprühregens nass, aber es gab auch Stellen, die weitgehend trocken blieben. Fotografisch sind die Fälle eine Herausforderung, weil durch den diffusen Wassernebel sich die Kamera nur schwer scharf stellen lässt. Manchmal reißt die Sonne ein Loch da rein, dann hat man für ein paar Sekunden freie Sicht und die Kamera stellt sich scharf. Ganz besonders war das der Fall beim „Devils Pool“. Das ist eine kleine Vertiefung direkt an der Fallgrenze der der Fälle. Man kann für 140 US$ ’ne halbe Stunde in den Pool, wobei man mit einem Seil/Gurt gesichert wird, so dass nichts passieren kann. So sieht man die jungen Leute, die in diesen Pool gehen und dann über diese Fallgrenze gucken. Das ist natürlich wahrscheinlich Adrenalin pur. Ich hab das von der anderen Seite fotografieren können, ganz gute auch beeindruckende Bilder sind dabei entstanden. Aber das war zum Beispiel auch echt nicht einfach wegen dieses Nebels. 

    Auf dem Gelände gibt es ein Restaurant, in dem man wirklich gut essen kann, zu akzeptablen Preisen. Direkt am Ausgang des Parkgeländes geht man an vielen Verkaufsständen vorbei. 

    Sehenswert fanden wir „Shona-Sculptures“, aus Sandstein geschnitzte bzw. gemeißelte Figuren, die in der ganzen Welt berühmt sind, auch wenn uns die Masse an Skulpturen überfordert hat. Natürlich können wir als Weltreisende keine Steinfiguren kaufen, eher ist man gedanklich dabei zu überlegen, wie man sein Gepäck reduzieren kann. Aber anschauen und bewundern geht schon.

    Auch wenn wir den Eintritt von 50€ überhöht fanden, müssen wir sagen, dass wir die Fälle als sehr beeindruckend empfanden. Der Sambesi fließt harmlos und friedlich dahin, bis er wie aus dem Nichts zu dem reißenden, donnernden Wasserfall wird. 

    Berthold: „Auch wenn es bereits mein dritter Besuch der Fälle ist, fühle ich mich ergriffen. Noch schöner wäre es, wenn nicht ständig die Hubschrauber dieses Naturspektakel mit ihrem Lärm übertönen würden.“

    Zweimal waren wir im Goat (ehem. Mama Afrika) essen, an beiden Abenden war eine Band da, die verschiedene Songs gespielt hat, von Tracy Chapman bis Bob Marley und Paul Simon. Es war ein großes Vergnügen für uns, das zu erleben, weil sie es sehr professionell, cool und lässig performed haben. Nur die Sängerin hat ab und zu mal Gefühle gezeigt und bisschen getanzt. Es war so einprägsam, dass wir die Musik auch nach Tagen noch im Ohr hatten.

    Am Nachmittag sind wir den „Sambesi Drive“ gefahren, ein kleiner Loop am Sambesi, den man selbstständig mit dem Auto fahren kann, fast wie ein Game Drive. Man sieht die Hinterlassenschaften von Elefanten und verschiedener Antilopenarten. Die Hauptattraktion ist ein Baum, der als der älteste Baobab-Tree in Zimbabwe, vielleicht auch in Afrika gilt, ca. 1200 Jahre alt , was man mit der Radiocarbon-Methode herausgefunden hat. 

    Wir konnten beobachten, wie wie SchülerInnen von der Norton Primary School dort einen Schulausflug machten. Die SchülerInnen stellten sich alle einzeln vor diesem Baum auf, dann gab’s Porträtfotos.

    Am Samstagabend sind wir in einer Bar gelandet, wo eine Band gespielt hat. Dort war viel weißes Publikum, aber auch einige Zimbabwer, die da gefeiert haben. Es war eine wahnsinnig ausgelassene Stimmung und man hat eine Ahnung davon bekommen, wie afrikanische Partys abgehen können. 

    Die Bar liegt direkt neben dem N1, einem Hotel, das von vielen empfohlen wird. Daran angrenzend liegt der „Elephants Walk“, eine kleine Einkaufspassage mit Restaurant und Café (Brooks). Dort haben wir am Nachmittag eine Kleinigkeit gegessen und getrunken, es war eine super schöne Atmosphäre. In der Passage kann man tolle Accessoires erwerben, die einen hochwertigen Eindruck machen.

    Letztes Highlight: Wir waren bei Innocent zu Hause. Auf der Fahrt Richtung botswanischer Grenze konnten wir dort noch mal anhalten und Innocents Familie kennenlernen. Ich war überrascht, wie eine Township auch aussehen kann. Ehrlich gesagt wissen wir nicht, wie das Konstrukt „Township“ entstanden ist. Es sind auf jeden Fall im südlichen Afrika (oder in ganz Afrika?) verbreitete Vororte, in denen ausschließlich Schwarze oder andere „People of Colour“ wohnen. Oft sind das geplante Siedlungen, in denen ein Haus ganz nah bei dem nächsten steht oder es sind improvisierte, oft illegal errichtete Hütten.

    In dieser Township ähneln die Häuser äußerlich z.T. den Häusern der weißen Bevölkerung, man sieht große Fensterscheiben, große Schiebetüren und geklinkerte Fassaden. Innocents noch nicht ganz fertiges Haus hat 200 m² mit sieben Zimmern, wovon er plant, eins zu vermieten. Hinter dem Haus befindet sich ein kleiner Hühnerstall mit über 100 Hühnern. 

    Die jüngste Tochter ist 14 Jahre alt und lebt im Internat. Sie ist immer nur zwischen den Terms zu Hause. Eine zweite Tochter studiert in Harare Mining- Law, eine dritte studiert in Lusaka Maschinenbau. Laut Innocent benötigt er für die Schul- und Universitätsgebühren für die drei Töchter sein gesamtes Gehalt von ca. 1500€, was bedeutet, dass er und seine Familie noch andere Einnahmequellen erschließen müssen.

    So bekamen wir z.B. am Rande mit, dass er ein Boot kaufen wollte, um dieses an Touristen für „Fishing-Trips“ auf dem Sambesi zu vermieten.

    Anschließend sind wir Richtung Botswana gefahren und für zwei Tage/Nächte  ins Mwandi View eingekehrt. Mwandi View liegt am westlichen Zipfel des Chobe Nationalparks. Der östliche Eingang ist bei Kasungula, dort sind die meisten Lodges, z.B. auch die teure Chobe River Lodge, ca. 300 € pN. Von Kasungula aus gibt es eine Transitstrecke durch den Chobe NP zum Ngoma-Gate, für die man keine Gebühren bezahlt, was ich total fair fand. Vom Ngoma-Gate sind es noch mal 20 km bis zur Mwandi View Lodge.

    Diese gehört Anton und seiner Frau Amelia. Beide sind fantastische Gastgeber. Anton ist in Simbabwe geboren, hat lange Zeit in Südafrika gewohnt, hat dort Amelia kennengelernt, beide sind nach Australien gegangen und später nach Botwana „zurückgekehrt“. 

    Mwandi View ist Antons dritte Lodge, man merkt, dass er viel Erfahrung hat, dass er handwerklich super drauf ist und dass er gute Entwürfe/Pläne machen kann. 

    Amelia weiß auch genau, was sie macht. Die Zelte sind liebevoll mit vielen Details eingerichtet, die Zeltküchen sind vollständig ausgestattet, überall spürt man die Kundenorientierung. Wir haben dort großartig gegessen. Zwar mussten wir das Essen bereits vier Wochen vorher bestellen, aber wir haben großartig gegessen.

    Abends haben wir auf der Terrasse gesessen, von der aus man einen fantastischen Blick auf das Wasserloch hat. Das ganze Gelände ist mit einem kaum sichtbaren Elektrozaun gesichert, so dass man überall sicher war. Nachts sind die verschiedensten Tiere zu beobachten. Wir haben Schakale, Hyänen und Elefanten gesehen. Es gibt diverse Videos, die man auf YouTube aufrufen kann, die z.T. spektakulär sind.  Auf dem Video „leopard vs. elephants at Mwandi View waterhole“ sieht man, wie der Elefant verhindert, dass ein Leopard ans Wasserloch kommt. Irgendwann kommt sogar ein Hippo den Elefanten zu Hilfe. 

    An beiden Abenden sind wir mit Anton ins Gespräch gekommen. Er hat gesagt, dass ihm das schon Jahre nicht mehr passiert und hat uns im Laufe des Abends zu einer Flasche Wein eingeladen (und am nächsten Abend noch einmal).

    An einem Tag sind wir über das Ngoma-Gate in den Chobe NP gefahren. Wir haben einen deutlichen Unterschied zum Etosha NP erlebt, so sind wir 2 Stunden lang keinen anderen Autos bzw. Touristen begegnet. Im Park, besonders am Cuando River, haben wir viele Tiere gesehen und hatten interessante und intensive Begegnungen mit Zebras, Giraffen, Hyänen und Vögeln. Auf einmal sagt Anna, „Das sind Löwen“. Gerade in dem Moment, wo wir da ankamen, standen sie auf und suchten sich einen anderen Platz, so dass ich in Hektik die Fotos schießen musste, während die Löwen sich bereits zu einem anderen Platz wegbewegten.

    Die Safari-Autos fuhren hinterher, während man die Löwen in ca. 50 m Entfernung laufen sehen konnte. Als ich gerade ein Video machen wollte, hielt eines der Safari-Autos direkt vor uns, so dass ich das Video unterbrechen musste. Das war dann schon ziemlich ärgerlich. Abends zeigte ich dieses Video Anton, der richtig sauer wurde. Er wollte das Video unbedingt haben, um den Driver ausfindig zu machen, wahrscheinlich mit der Konsequenz, dass dieser seinen Job verliert, was ich natürlich so nicht wollte. Nachdem wir etwas abgewartet hatten, ließen sich die Löwen unter einem anderen Baum nieder, so dass wir in aller Ruhe Zeit hatte, Fotos zu schießen. 

    Am nächsten Tag hatten wir die Tour der Touren in Botswana vor uns und zwar von Mwandi View über Savuti nach Mababe. Diese Tour kann man auch bei YouTube angucken. Sie gilt als eine der schwierigsten Sandpistentouren im Chobe, da man eigentlich die ganze Zeit nur Tiefsand fährt. Gut, dass Anton uns ganz genau erklärt hat, wie wir fahren müssen. Es gibt einige Ausweichrouten, wo man den schlimmsten Tiefsand umfahren kann. Anna hat gefilmt, während Anton die Route auf der Karte gezeigt hat, so dass wir auch am nächsten Tag diese Route genauso nachfahren konnten. 

    Unterwegs haben wir Regina und Max aus Deutschland getroffen (Augsburg), die nicht so ganz genau wussten, wie sie fahren sollten. Sie sind bis Savuti hinter uns hergefahren, außerdem haben wir uns gegenseitig ein bisschen Unterstützung gegeben, falls etwas passieren sollte. Das war ein besseres Gefühl, als nur ganz alleine zu sein. 

    Die Mababe River Lodge ist eine ganz hervorragende, edle Lodge mit tollen Stellplätzen, die eigene sanitäre Anlagen haben, und von Bäumen und Sträuchern begrenzt werden. Diese waren allerdings auch bei den Elefanten beliebt, die nachts die Bäume „crashten“ und ein „Schlachtfeld“ hinterließen. Überall waren abgebrochene Bäume und die Kothaufen der Elefanten. Das Schauspiel spielte sich so nah an unserem Auto ab, dass es schon gruselig war. 

    Auch Hyänen kamen abends bzw. nachts zu Besuch. Sie interessierten sich für die Mülltonnen, die sie nach Essbarem durchstöberten.

    An einem Morgen lagen überall die Müllreste herum, da einige unserer Nachbarn ihre Fleischreste vom Grillen in die Mülltonne geworfen hatten, ein gefundenes Fressen für die Hyänen.

    Abends saßen wir bei Sabine und Michi, die wir schon von der Ndhovu-Lodge kannten und hier wieder getroffen haben. 

    Anna: “Während sie Fleisch gegrillt haben, tauchte plötzlich eine Hyäne direkt in meinem Rücken auf, sie kam bis auf 2 m nah an mich heran. Ich habe mich so erschreckt, auch weil ich sie nicht habe kommen sehen. Die Hyäne ging erst als wir sie mit starken Scheinwerfern beleuchteten. Wir vermuten, dass sie (oder mehrere) nachts wiedergekommen ist und die Reste des Fleisches aus der Tonne geholt hat/haben. Reste in der Mülltonne sind natürlich ein gefundenes Fressen für die Hyänen.

    Am letzten Morgen haben wir gesehen, wie eine weiße Frau (Managerin?) Kameraaufnahmen angeschaut hat, offensichtlich wird dort alles mit Kameras überwacht, v.a. so vermuteten wir, die Mitarbeitenden.

    Von der Mababe River Lodge ist es nur noch eine Stunde Fahrt zum Moremi Game Park, worauf wir uns besonders gefreut haben. Hier hatten wir die Möglichkeit, besonders nah an den Okavango bzw. seine Seitenarme wie den Khwai River heranzukommen, was jedoch nicht unproblematisch war, da viele Pisten überflutet waren. 

    Zunächst mussten wir die berühmte Holzbrücke über den Khwai River, die sich direkt am Gate befindet, überqueren. Auf YouTube gibt es viele Videos darüber, natürlich haben auch wir das gefilmt.

    Lange Zeit konnte man überspülte Stellen umfahren, aber irgendwann kam doch die erste Senke, wo wir durchfahren mussten. Man braucht schon ziemlichen Mut und Zuversicht, um sich zu trauen, tatsächlich durchzufahren. Zuerst checkten wir, ob es Reifenspuren von anderen Autos gab, die uns die beste Durchquerungsstelle anzeigten. Später haben wir Leute kennengelernt, die uns erzählt haben, dass der Mann barfuß in eine überflutete Senke gegangen ist, um die Tiefe zu überprüfen. Na, das haben wir nicht gemacht, sondern wir fuhren einfach hindurch, es klappte erstaunlich gut.

    Wir fuhren zu einem Aussichtspunkt, der uns am Gate empfohlen worden war, dem Hippo-Pool. Dort haben wir uns eine längere Zeit aufgehalten und den Hippos und einem Krokodil zugeschaut, bzw. haben wir sie fotografiert und gefilmt. 

    Dann kam der Rückweg und wir mussten durch die gleiche Flusssenke wie auf dem Hinweg. Irgendwie sah das jetzt völlig anders aus und wir wussten gar nicht mehr, welche Durchfahrtsstelle wir nehmen sollten. Wir haben einfach die mittlere gewählt. Sofort merkten wir, dass es viel tiefer war als gedacht. Ich gab Gas, die Räder drehten durch, das Auto schlingerte hin und her.  Oh nein, bitte nicht stecken bleiben, dachte ich, Panik kam auf. Der Hilux (unser Monster), besser gesagt die Reifen kriegten Griff und wir erreichten die andere Seite. Eigentlich wollte ich noch einmal zurückfahren, sodass Anna die Durchfahrt filmen konnte. Von diesem Gedanken verabschiedeten wir uns sofort. Dieses Risiko wollten wir auf gar keinen Fall noch einmal eingehen.

    Ansonsten ist das Moremi Game Reserve ein toller Nationalpark, wir haben unglaublich viele Elefanten gesehen, Zebras, Giraffen, Impalas und viele Vögel. Es herrschte eine schöne Stimmung. 

    Am Nachmittag wollten wir noch eine Mokoro-Flusstour machen und haben, nachdem wir aus dem Moremi Game-Reserve heraus waren, rechts angehalten, um uns zu informieren. Plötzlich stehen dort Max und Regina, die uns auf dem Weg nach Savuti begleitet hatten. 

    Sie hatten in der Gegend einen Campingplatz gefunden (Xwabaxwa Campsite). Da sie eine Mokoro-Tour machen wollten, haben wir uns kurz entschlossen zusammengetan, sind zu ihrem Campingplatz gefahren und haben dort die Tour für den Nachmittag gebucht.

    Hier gab es ausnahmsweise mal einen schwarzafrikanischen Besitzer. Paul war Bantu und hatte das Geschäft (Squamater Safaris) von seinem Vater geerbt. Er hat uns einen guten Preis gemacht.

    Die Boote sind nicht mehr wie früher aus einem Baum geschnitzt, sondern wurden aus Glasfasern hergestellt, so dass sie viel leichter und besser zu handeln sind. Um 3:30 Uhr sollte es losgehen, so dass wir noch 2 Stunden überbrücken mussten. Es gab kaltes Bier und wir konnten mit Max (Polizist) und Regina (Lehrerin aus Baden-Württemberg) unsere Reiseerfahrungen austauschen. Später saßen wir jeweils zu zweit in einem Boot und wurden durch das überflutete Gebiet des Oavanga-Deltas, genauer des Khwai-River-Gebietes, gefahren. Anna hatte zunächst Bedenken, da sie befürchtete möglicherweise das Gleichgewicht zu verlieren. 

    Diese legten sich jedoch sofort, da man in den Halbschalen, die in die Mokoros gelegt wurden, sicher und bequem sitzen konnte. Im Nachhinein war Anna froh und hat die Tour als sehr bereichernde Erfahrung empfunden. 

    Als wir zurückfuhren, war es schon relativ spät, so dass wir absehen konnten, dass wir möglicherweise erst im Dunkeln zurück sein würden. Wir mussten noch über über eine Stunde über Sandpisten zurückfahren, was uns ein wenig beunruhigte. Jederzeit konnte ein Elefant oder ein Kudo oder ein anderes Tier vors Auto rennen. 

    Dennoch habe ich richtig Gas gegeben, so schnell bin ich noch nie eine Sandpiste gefahren, aber wir kamen natürlich noch mal an dem Wasserloch vorbei, wo wir auf dem Hinweg schon vorbeigekommen sind. Anna wollte da unbedingt noch mal hinfahren. Sie hatte den richtigen Riecher, genau in dem Moment, wo die Sonne unterging, lief ein Elefant vor der feuerroten Sonne her: Abendsonne Afrika! Natürlich hat das Foto in meinem Status bei WhatsApp die meisten Likes abgekriegt. 

    Auf unserem Weg Richtung Maun am 4. September sind wir kurz hinter Mababe einen Loop an den Mababe River gefahren. Zwar stand an der Straße „ Road Closed“ wegen der Überschwemmungen, aber an der Rezeption wurde uns gesagt, dass die Pisten zu befahren sind. Wir sind die ganze Zeit haarscharf am River langgefahren und haben noch mal wunderschöne Aufnahmen machen können, sind auch verbotenerweise ausgestiegen und haben dafür von einem Guide einen freundlichen Rüffel bekommen. Botswana sei auf die Touristen angewiesen und man wolle sie nicht an die „Predators“ verlieren.

    Die weitere Fahrt war wieder pure Sandwüste. Man kann sich das gar nicht vorstellen, weißer Sand pur, links und rechts alle Bäume weiß von dem Sand und teilweise auch weiße Blüten, es war eine Mischung aus Blütenweiß und Sandweiß. Also man sank im Sand ein und beim Herausgehen fühlte sich das an, als ob die Füße festklebten, weil da ein Vakuum entstand.

    Dann sind wir in Semowi angekommen, was nicht ganz einfach war. Zum Glück hatten wir eine ganz genaue Beschreibung, was richtig gut war. Wir mussten wieder über verschiedene Brücken und durch Wasser fahren. Wir fuhren durch abgebrannte Palmenfelder, zum Teil wuchsen auch schon wieder neue Palmen nach, ein skurriles Gebiet.

    Auch der Campingplatz im Semowi Nature Camp bestand aus weißem Sand mit Palmen, eigentlich ein schönes Ambiente. Auch die Lodge selber machte einen schönen und luxuriösen Eindruck. Allerdings gab es auf der gegenüberliegenden Seite des Okavango eine Farm, von der ein ständiges Dröhnen der Bewässerungspumpen zu hören war, was wirklich nervte. Auf dem Campingplatz gab es viele Fliegen und auf einmal hatten wir auch genug von dem Sand. Nachdem wir klären konnten, dass ein Umzug in eines der Hauszelte wegen des Preises von 230US $ pro Person nicht in Frage kam, haben wir uns entschlossen bereits nach einer Nacht zu unserer nächsten Unterkunft, dem Hackberry-House weiter zu fahren.

    Am Nachmittag haben wir aber noch eine nette Familie aus Tübingen (V+M+2K) kennen gelernt, die uns von ihrem Horrorerlebnis im Moremi Game Reserve erzählt haben. Das war beim Southgate, wo der Park noch mehr überschwemmt war als am Northgate, wo wir waren.

    Southgate sollte attraktiver sein, da sich dort mehrere Löwenrudel aufhielten, wovon die Tübinger auch eines gesichtet haben, und zwar in dem Moment, wo sie mit ihrem Camper in der Flusssenke  stecken geblieben sind. Das Wasser ist ins Auto eingedrungen, der Boden des Autos wurde überspült. 5 Stunden lang bemühten sich verschiedene Helfer, den Wagen wieder aus dem Wasser zu ziehen.

    Einige charmante englische Ladies, die auf Fotoshooting-Tour waren, haben ihre Driver angewiesen, zu helfen und haben darauf bestanden, nicht wegzufahren, bevor die Familie gerettet war. Nachdem sie das Auto mit dem Highjack hochgebockt und mit Holz unterfüttert hatten, ist es den zwei Safari Autos schließlich kurz vor der Dunkelheit gelungen, den Camper der Familie herauszuziehen. 

    Wir sind nun schon seit 3 Stunden auf einer geteerten Straße Richtung Hackberry-House unterwegs und haben die Zeit genutzt, um die Zusammenfassung unserer bisherigen Reise in die Sprachmemo-App auf dem I-Phone zu sprechen. 

    Im Hackberry House angekommen waren wir begeistert: ein wunderschönes, kreativ gestaltetes Haus, komplett eingerichtet, gemütlich, liebevoll gemacht. Wir haben uns dort sofort richtig wohlgefühlt. Ein bisschen hat es uns sogar an unser eigenes Zuhause erinnert – mit den großen Glasfronten über Eck, den Schiebetüren und diesem langen Holztisch, an dem man einfach gerne sitzt.

    Auf dem Grundstück lebten mehrere große Hunde (Dobermänner). Meine Beziehung zu Hunden ist, sagen wir mal, etwas zwiegespalten. Anfangs kamen sie uns ziemlich nah – zum Glück hatten wir eine Sprühflasche mit Wasser zur Verfügung, die der Vermieter ganz süß mit „Puppy Repellent“ beschriftet hat. Ein kurzer Sprühstoß, und sie haben sich sofort zurückgezogen.

    Ansonsten war es dort wirklich schön. Wir hatten vorher eingekauft und haben nun selbst gekocht – das war die erste Unterkunft nach den Safari-Tagen, in der wir so richtig zur Ruhe gekommen sind.

    Nach zwei Tagen sind wir weitergefahren, zurück nach Namibia. Kurz vor der Grenze wurden wir aber noch von der Polizei angehalten. Ich hatte gerade zwei LKWs überholt und war wohl ein bisschen schneller als erlaubt – sie sagten, 104 statt 80 km/h.
    Ob das Foto auf der Laserpistole wirklich von uns war, weiß ich nicht. Zuerst wollten sie 600 Pula, am Ende waren’s dann 200 (13€). Wir bekamen kein offizielles Dokument – man fragt sich aber schon, wo das Geld letztlich gelandet ist. Der Grenzübertritt verlief problemlos – nach dreißig Minuten war alles erledigt.

    Dann ging’s weiter – durch die Wüste – bis zur Westnest Lodge, die schon in Namibia liegt. Die Lodge gibt es seit etwa 15 Jahren, sie wurde von weißen Namibiern aufgebaut. Der Besitzer erklärte, dass das Gelände eine Mischung aus Zoo und Safaripark ist: zwar eingezäunt, aber mit Giraffen, Zebras, Kudus – und vielen anderen Tieren. Dazu gibt’s Esel, Hühner, Gänse, Ziegen – ein richtiger kleiner Bauernhof mitten im Busch. Das Ganze soll vor allem Kindern ein Tiererlebnis ermöglichen.

    Die Unterkunftsmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich: Vom einfachen Zelt über kleine Hütten (wie wir eine hatten) bis hin zu schönen Chalets, . Gebucht wird diese Lodge meist für Veranstaltungen, wie z.B. Hochzeiten. Die Atmosphäre war etwas konservativ, mit ein paar Sprüchen auf Afrikaans, und man merkte, dass der Besitzer und die MitarbeiterInnen recht religiös sind. Aber unsere Gastgeberin war sehr herzlich. Sie erzählte uns von ihrem Mann, der gestorben ist, und dass sie eigentlich nicht mehr arbeiten möchte.

    Nach Windhuk waren es noch 2 Stunden. Dort wohnten wir im Eco Self Catering, ein Komplex mit Appartements, bestehend aus Esszimmer, Schlafzimmer, einem modernen Bad und einem Balkon zum Wäschetrocknen. Alles war liebevoll eingerichtet – wir haben uns dort einfach rundum wohlgefühlt. Später am Abend haben wir die restlichen Dokumentationen gemacht als auch unsere Route auf Google Maps nachgezeichnet, um die Reise für mögliche Nachahmer festzuhalten. Am nächsten Tag haben wir den Hilux bei Asco Car Hire abgegeben. Wir waren schon ein kleines bisschen nervös, da es ja das beschädigte Kabel und die angefressene Box gab. Aber es war überhaupt kein Problem. Nach 10 Minuten war die Überprüfung des Autos abgeschlossen, danach ließen wir uns noch einmal zum Hilton fahren.
    Oben auf der Dachterrasse war es sehr windig, so dass wir keine Tonaufnahmen dort machen konnten. Aber es wurde wunderbare Musik gespielt – das war genau das Richtige nach den letzten Tagen. Ein perfekter Abschluss dieser Etappe. Am nächsten Tag ging’s dann weiter – mit dem Flug nach Capetown. 

  • Istanbul

    Tag 1: Von unserer Unterkunft zum Galataturm

    Wir gehen zu Fuß von unserem Appartement (Taksim BI Center in der Demirbas Sk) Richtung Galata-Turm, ca. 25 – 45 min, wenn man schlendert, 1,5 km. Man geht durch schöne Gassen und kommt an vielen netten Cafés vorbei. Auf dem Bild sieht man die rote Istanbuler Straßenbahn, die durch die Haupteinkaufsstraße Istanbuls fährt.

    Wir gehen weiter bis zum Galataturm. Hier in der Büyük Hendek Cd. hat man einen schönen Blick auf den Turm, daher ist hier viel los.

    Wir entscheiden uns nicht auf den Turm zu gehen. 30€ Eintritt sind uns zu viel. Alternativ gehen wir in/auf eine Rooftop-Bar, in der das Efe zwar auch 8€ kostet, aber wir genießen beides, das Bier und die Aussicht.

    Nette Stimmung hier

    Unten angekommen gehen wir die Büyük Hendek Cd. hinunter und kommen zu einem beliebten Sunset-Point. Viele Istanbuler machen auf den Treppen Picknick.

    Tag 2: Vom Taksim-Platz zur Galata-Brücke

    Wir gehen heute Richtung Bosborus. Zunächst streifen wir den Taksim-Platz, der nur wenigen Gehminuten von unserer Unterkunft liegt. Von dort aus gelangen wir zum nahe gelegenen Gezi-Park. Hier trinken wir einen Çay.

    Vom Gezi-Park aus gehen wir runter zu Bosporus und kommen am Besiktas Stadion vorbei.

    Anschließend passieren wir den Uhrenturm von Dolmabaçe, der vor dem Domabaçe-Palast steht (Eintritt ca. 45€).

    Auf dem weiteren Weg Richtung Galata-Brücke kommen wir an einem Istanbuler Schriftzug vorbei, wobei das liegenden S als Kunst im öffentlichen Raum für Demokratie, Gleichheit und Freiheit steht, #Istanbul

    Nicht fehlen darf dieser romantische Geiger, der einige Zuschauer in ihren Bann zieht.

    Endlich kommen wir auf der Galata-Brücke an.

    Ich esse hier ein Fischbrötchen direkt vom Kutter (225 TL).

    Den Rest des Abends sitzen wir hier und schauen auf das Panorama.

    Restaurants unter der Galatabrücke
    Blick von Eminönü auf den Galataturm

    Tag 3: Die Sultan-Ahmet Moschee (Blaue Moschee) und die Hagia Sophia

    Wir gehen zur nächsten Bushaltestelle und fahren mit der Linie 55T nach Balat (Stadtteil von Kadiköy). Das dauert nur 18 Minuten und scheint uns am bequemsten zu sein. Balat gilt als ein farbenfrohes hippes Viertel, bekannt für seine bunten Häuserfassaden.

    Wir finden Balat anstrengend, v.a., da es keine Zonen ohne Autos und Roller gibt und man ständig das Gefühl hat, zur Seite springen zu müssen. Daher landen wir relativ schnell in einem ruhigen Teegarten.

    Zurück nach Eminönü geht es Richtung Hagia Sophia. Es ist heiß und wir haben Hunger. So halten wir Ausschau nach einer Garküche und als wir endlich glauben, eine gefunden zu haben, gehen wir rein und bestellen etwas für den kleinen Hunger. Wir checken die Preise nicht und sind einigermaßen verärgert, als wir ca. 30€ zahlen müssen.

    So gestärkt widmen wir uns der Sultan-Ahmet-Moschee. Nachdem wir uns die Schuhe bzw. Sandalen ausgezogen haben und Anna sich ein Tuch über den Kopf gelegt hat, gehen wir hinein.

    Da wir wissen, dass der Besuch der Hagia Sophia ca. 25€ Eintritt kostet, besichtigen wir diese nur von außen. Sie wirkt im Vergleich zur Blauen Moschee eher unscheinbar.

    Da wir nun einmal hier sind, entschließen wir uns trotz unserer schwindenden Kräfte und der fortgeschrittenen Zeit noch einen Streifzug durch den Großen Basar zu machen, der gleich um die Ecke ist.

    Wir fahren mit der Metro (M2) nach Kabartas und anschließend mit der F1 zum Taksim-Platz. Die F1 ist eine unterirdisch fahrende Seilbahn, die einen Höhenunterschied von ca. 75 Metern überwinden muss. Endlich kommen wir wieder in „unserem“ Taksim-Viertel an und gönnen uns ein Bier. Hier treffen wir noch 2 Jungs (20 J.) aus Münster, mit denen wir uns noch super angeregt unterhalten (leider ohne Foto).

    Tag 4: Über den Bosporus auf die asiatische Seite nach Kadiköy

    Bevor wir die Stadt weiter erkunden, ist noch etwas anderes zu erledigen. Berthold hat sich für heute Vormittag mit einem Barber verabredet.

    Heute wollen wir den Bosporus spüren und nutzen daher die Fähre. Nachdem wir mir der F1 nach Kabartas gefahren sind, steigen wir in die Fähre nach Kadiköy. Hier laufen wir nach Balat, wieder ein Ort, der im Internet als hip beschrieben wird. Hier stoßen wir auf einen Fähranleger, der gleichzeitig eine Bibliothek ist, was seinen eigenen Charme hat.

    Wir fahren mit der Fähre zurück nach Kabartas.

    Vorbei an den Kreuzfahrtschiffen.

    Am Abend wollen wir im viel gerühmten „ficcin“ Essen gehen und sind zunächst etwas „geschockt“ als es geschlossen zu sein scheint. Nach genauerem Hinsehen bemerken wir, dass hier jedes Lokal in der Straße „ficcin“ heißt und das erste nur gerade renoviert wird.

    Anna ist nicht ganz zufrieden mit dem vegetarischem Angebot, allerdings zeigt sich der Kellner äußerst flexibel und versucht viel, um mit ihr eine akzeptable Lösung zu finden. Ich esse Fisch und bin zufrieden. Wir zahlen ca. 40€.

    Nachdem unsere Zeit in Istanbul fast vorbei ist versuchen wir ein Fazit zu ziehen, indem wir einige Pros und Kons aus unserer Sicht ansprechen.

    5. Tag: Wir fliegen weiter nach Windhuk